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Linux-Verband: Schleichwerbung für Microsoft in Wahlberichterstattung

09.09.2005 | 12:51 Uhr |

Der Linux-Verband e.V (LIVE) wirft der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) Schleichwerbung für Microsoft vor.

Der Branchenverband der im Umfeld von Freier Software und Linux aktiven Firmen, Linux-Verband e.V (LIVE), wirft der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) Schleichwerbung für Microsoft vor. In der Wahlberichterstattung auftauchende Microsoft-Logos sollten entfernt werden, so die Forderung der Interessenvertretung.

Als Grund für die Beschwerde nennt der Verband die Einblendung des Logos in Grafiken mit Umfrage-Ergebnissen. Beispielsweise bei Sabine Christiansen in der Sendung vom 4. September. Die Vermutungen des Verbands gehen nun dahin, dass die Wahlberichterstattung - soweit Grafiken von dimap/infratest zum Einsatz kommen - zu "großen Teilen mit einem dauerhaft sichtbaren Microsoft-Logo" ausgestrahlt werden wird.

Das Argument, dass Grafik-Sponsoring als zulässig bewertet wird, lässt der Verband im vorliegenden Fall nicht gelten. Der Linux-Verbandsvorsitzende Elmar Geese hält diese Regelung für Sportsendungen anwendbar. An politische Sendungen könne jedoch nicht der gleiche Maßstab angelegt werden, so der Verband in seiner offiziellen Mitteilung. Weiter heißt es: "Insbesondere wenn öffentlich-rechtliche Nachrichtensendungen mit Werbung durchmischt würden, leide deren Glaubwürdigkeit und Authentizität. Daher sei für die Zuschauer Schleichwerbung eine Beeinträchtigung der politischen Information.“

Derzeit prüft der Linux-Verband, welche juristischen Schritte erfolgen können.

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