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Linux Kernel 2.6.14 ist fertig

28.10.2005 | 16:15 Uhr |

Auf www.kernel.org ist die neue Version des Linux-Kernel erschienen. Nach zwei Monaten Entwicklungszeit des Kernel-Teams hat Linus Torvalds die stabile Final 2.6.14 freigegeben.

In seiner Mail zum neuen Kernel 2.6.14 hat Linus Torvalds die Verzögerung bei der Fertigstellung mit zwei Bug-Meldungen erklärt, die in letzter Minute eintrudelten und sich dann als falscher Alarm herausgestellt haben. Der falsche Alarm hätte aber auch dazu geführt, dass andere Teile des Codes noch mal überarbeitet und verbessert worden seien.

Die wichtigsten Änderungen im Kernel 2.6.14

Die meisten Änderungen seit dem letzten Release-Candidate 2.6.14-rc5 sind zwar hauptsächlich Einzeiler, doch seit der letzten stabilen Version bringt der Linux Kernel 2.6.14 eine Menge neuer Funktionen und Bugfixes mit. Die komplette Liste steht wie immer im Changelog

- Unterstützung für PPTP : Zahlreiche DSL-Provider nutzen das von Microsoft entwickelte Kapselungsprotokoll PPTP (Point-to-Point Tunneling Protocol) für ihre Verbindungen. Dieses Protokoll findet ab jetzt Unterstützung direkt im Kernel.
- Dateisysteme mit FUSE : Anders als Dateisysteme, die vom Kernel eingehängt sind, laufen FUSE-Dateisysteme in einem Benutzerprozess und gehören dem Benutzer, der das Dateisystem gemountet hat.
- 9P-Unterstützung : Plan 9 ist ein Projekt aus den AT&T Bell Laboratories, um einzelne UNIX-Rechner besser zu einem Cluster vernetzen zu können. Seit 2003 ist Plan 9 Open-Source und findet in dieser Kernel-Version Unterstützung für das Plan-9-Protokoll (9P) und für das verteilte Dateisystem V9FS.
- Securityfs : Mit Securityfs unterstützt Kernel 2.6.14 ein weiteres, virtuelles Dateisystem. Das Securityfs bietet Sicherheitsmodulen ein Dateisystem unter /sys/kernel/security an. Die Module müssen damit nicht mehr ihr eigenes Dateisystem mitbringen.
- Intel Centrino-Unterstützung : Die Wireless-Treiber ipw2100 und ipw2200 finden jetzt direkt vom Kernel Support.
- Treiber für IBM Hard Drive Active Protection System : Besitzer von aktuellen Thinkpad-Notebooks können sich über die Unterstützung von IBMs Festplattenschutz freuen. Der Kernel enthält jetzt Sensoren für Erschütterungen, um die Festplatten vor ungünstigen physikalischen Einwirkungen zu schützen
- Besserer NUMA-Support : NUMA (Non-Uniform Memory Access) ist ein Speicherzugriffs-Modell für große Multiprozessor-Systeme, bei dem der physikalische Ort des Speichers eine Rolle spielt. Für bessere Performance muss der Kernel wissen, wie weit der Speicher von dem Prozess entfernt ist, der ihn benötigt.

Vorgefertigte Pakete für die einzelnen Distributionen dürften in ein paar Tagen vorliegen

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