10.06.2009, 11:45

pte

Linux

Fedora 11 unterstützt Riesen-Dateien

Das Fedora Project hat Version 11 der Linux-Distribution Fedora veröffentlicht. Sie bootet schneller und unterstützt ext4.
Das Fedora Project hat den Release 11 der Linux-Distribution Fedora, Codename "Leonidas", veröffentlicht. "Bei dieser Version ist schon die schiere Menge an Neuerungen beachtlich", meint Philipp Reisner, technischer Geschäftsführer beim Open-Source-Unternehmen LINBIT, im Gespräch mit pressetext. Die neue Version verspricht unter anderem einen Bootvorgang in nur 20 Sekunden, nutzt mit "ext4" standardmäßig ein Dateisystem, das mit bis zu 16 Terabyte (TB) großen Dateien umgehen kann und bietet Verbesserungen im Bereich Grafik. Während Fedora selbst eine Community-Distribution ist, die sich auch an interessierte Heimanwender richtet, steht mit Red Hat einer der großen Anbieter kommerzieller Linux-Distributionen hinter dem Projekt. Was sich in Fedora bewährt, wird später gerne in das Enterprise Linux übernommen.
Reisner nimmt an, dass die neuen Features von Fedora 11 annähernd komplett in Red Hat Enterprise Linux 6 aufgehen werden. Manche Neuerungen dürften sich erst dort voll entfalten. "Gerade ext4 ist etwas, das im Enterprise-Server-Bereich noch wichtiger sein wird", sagt Reisner. Denn die Möglichkeiten dieses Dateisystems dürften auf normalen PCs kaum ausgeschöpft werden. Ext4 kann mit Datenträgern bis zu einer Größe von einem Exabyte - das sind eine Mrd. Gigabyte - umgehen und erlaubt beliebig viele Unterverzeichnisse. Entscheidend ist aber, dass die maximale Dateigröße gegenüber dem Vorgänger ext3 deutlich steigt. "ext3 stößt bei Servern mittlerweile an seine Grenzen, da dort teils sehr große Dateien genutzt werden", erklärt Reisner.
Für Desktop-Anwender von Fedora 11 interessanter sind wohl Dinge wie der 20-Sekunden-Start bis zum Login-Bildschirm, die enthaltene Software inklusive OpenOffice 3.1 sowie die aktuellsten Betaversionen von Firefox 3.5 und Thunderbird 2.0 und Verbesserungen im Grafikbereich. Beispielsweise unterstützt Fedora 11 das sogenannte Kernel-based Mode-Setting (KMS) bei vielen Grafikprozessoren. "Dadurch gibt es kein Flackern mehr beim Wechsel zwischen Text- und Grafikkonsole", meint Reisner. Generell sei KMS ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um Linux auf PCs zu stärken. "Für die Endkunden-Akzeptanz von Linux wäre es sehr wichtig, dass etwa der Suspend-Modus bei Laptops problemlos funktioniert", erklärt der Open-Source-Spezialist. Auch dafür sei KMS wichtig.
Fedora 11 umfasst ferner den Open-Source-Grafiktreiber nouveau . "Um Nvidia-Grafikkarten unter Linux richtig nutzen zu können, waren bisher proprietäre Treiber erforderlich. Diese haben aber sehr oft Probleme verursacht", sagt Reisner. Zumindest für einige Nvidia-Karten verspricht die quelloffene Alternative nouveau Abhilfe. "Es ist ein wichtiger, richtungsweisender Schritt, dass dieser Treiber bei Fedora 11 erstmals mitgeliefert wird", meint daher der LINBIT-Geschäftsführer. (pte)
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