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Die Community arbeitet bei IBM, Red Hat & Co.

02.04.2008 | 12:08 Uhr |

Open-Source-Entwickler gehen nicht nur zuhause ihrem Hobby nach. Sie haben meist Jobs bei den großen Hard- und Software-Herstellern der IT-Branche.

Auf Linux-Kernel-Programmierer trifft das Bild vom nächtlichen Hobby-Programmierer nicht zu. Die Linux Foundation hat in einer Studie die Linux-Community nach ihren Jobs und Arbeitgebern befragt. Demnach kommen die Top-Programmierer für den Linux- Kernel zum größten Teil aus Unternehmen, die ihr Geld mit Linux- und anderer Open-Source-Software verdienen.

An der Spitze steht Al Viro vom Linux-Distributor Red Hat , der alleine 1571 Code-Veränderungen in das Kernel-Projekt einbrachte. Nach Angaben der Linux Foundation steht die Zahl für 1,9 Prozent sämtlicher Modifikationen am Linux-Kernel, dessen Urversion auf den Finnen Linus Torvalds zurückgeht. Auch der zweitplatzierte Entwickler, David Miller, steht auf der Gehaltsliste von Red Hat, gefolgt von Adrian Bunk, der für die finnische Softwareschmiede Movial Corp. arbeitet. Auch nach Unternehmen betrachtet hat Red Hat mit 11,2 Prozent die meisten Änderungen zum Linux-Kernel beigesteuert. Novell kommt mit seiner Suse-Linux -Sparte auf 8,9 Prozent. Zu den großen Unterstützern der Open-Source-Community gehört auch IBM. Programmierer des IT-Konzerns brachten laut der Studie 8,3 Prozent aller Kernel-Modifikationen ein.

Zwischen 75 und 90 Prozent der Entwickler werden von ihren Arbeitgebern für die Tätigkeit bezahlt, erläuterte Amanda McPherson, Marketing-Chefin der Linux Foundation, die Zahlen. "Das sind keine Hobbyprogrammierer, die im Keller sitzen." Dessen ungeachtet scheint es nach wie vor eine stattliche Zahl von Entwickler zu geben, die ihre Arbeit unentgeltlich der Community zur Verfügung stellen. McPherson bezifferte deren Anteil an den Kernel-Änderungen auf knapp 14 Prozent. Weitere 12,9 Prozent der Code-Spender ließen sich nicht genau identifizieren.

Unterm Strich hat sich die Anzahl der Kernel-Entwickler seit dem Jahr 2005 verdreifacht, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Jeder Linux-Kernel wird im Durchschnitt von rund 1000 Programmierern entwickelt, die aus mehr als 100 Unternehmen stammen. Statistisch gesehen veröffentlicht die Open-Source-Community alle 2,7 Monate eine überarbeitete Kernel-Version. McPherson: "Die Studie belegt, dass es ein riesiges Ökosystem aus Unternehmen gibt, deren Mitarbeiter sich an der Entwicklung beteiligen." Die Hersteller verfolgten dabei durchaus eigene Interessen, so ihre Einschätzung. So versuchten immer mehr Softwareanbieter, Code für ihre Produkte in den Linux-Kernel einzubringen. Ein weiterer Grund für die Unterstützung aus der Industrie liege in den steigenden Anteilen von Linux im Server-Markt. Hinzu komme der wachsende Einsatz als Embedded-Betriebssystem. (wh)

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