12.02.2004, 09:36

Eric Bonner, Computerwoche

Linux-Anwender von SCO-Klagen nicht betroffen

Die im Januar vorgebrachte Klage von SCO gegen Novell wird ohne Folgen für Linux-Anwender bleiben, heißt es in einem von den Open Source Development Labs (OSDL) veröffentlichten Positionspapier.

Die im Januar vorgebrachte Klage von SCO gegen Novell wird ohne Folgen für Linux-Anwender bleiben, heißt es in dem von den Open Source Development Labs (OSDL) veröffentlichten Positionspapier "Now They Own It, Now They Don't: SCO Sues Novell to Stay Afloat". Dies berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche.

So sei bislang nicht geklärt, welche Rechte SCO überhaupt habe, schreibt der Verfasser Eben Moglen, Professor der Columbia University und Rechtsberater der Free Software Foundation. Novell hatte die Rechte an Unix System V im Jahr 1995 an SCO verkauft, vertritt aber die Meinung, es habe dabei nicht auch das Copyright an dem von AT&T übernommenen Ur-Unix abgetreten.
Außerdem habe SCO eventuelle Rechte an Linux selbst aufgegeben, indem die Firma das Betriebssystem zu Bedingungen der GPL (GNU General Public Licence) vertrieben hat. Selbst wenn SCO die gestellten Ansprüche gegen Novell und IBM vor Gericht durchsetzen könne, bleibe das Recht zur lizenzfreien Nutzung von Linux erhalten, da die Ansprüche nicht auf Dritte übertragbar seien.
Aufgrund der von Moglen aufgestellten Thesen raten Vertreter der OSDL Linux-Anwendern, Linux-Lizenzforderungen von SCO zu ignorieren. Die zeigen sich offenbar ohnehin unbeeindruckt. Einer Studie von Forrester Research zufolge setzen 57 Prozent der Unternehmen verstärkt auf den Einsatz von Linux-Systemen. 30 Prozent wollen ihre bereits bestehende Linux-Infrastruktur ausbauen und nur drei Prozent gaben an, Linux-basierende Systeme zurückzufahren.
Die SCO-Klagen seien zwar medienwirksam, aber bei den Anwenderunternehmen von nachrangigem Interesse, sagte Forrester-Analyst Ted Schadler. Dort ständen Fragen nach dem Hersteller-Support und der Investitionssicherheit im Vordergrund.
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