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Erdbeben in Japan kann Preise für LCDs, Konsolen & Handys in die Höhe treiben

16.03.2011 | 09:01 Uhr |

NAND Flash-Speicher, DRAM, Chips, Transistoren, LCD-Panels und LCD-Zubehör – alle diese Zubehörteile könnten aufgrund des Erdbebens knapp und damit teuer werden. Dementsprechend könnten die Preise für die Endgeräte steigen.

Die Erdbeben-Katastrophe in Japan betrifft nicht nur die Speicherproduktion und treibt die Preise für Flashspeicher in die Höhe . Auch viele andere Elektronik-Komponenten dürften knapp und damit teurer werden, wie das Marktforschungsunternehmen iSuppli. iSuppli wurde in der Vergangenheit dadurch bekannt, dass es die Produktions- und Materialkosten von Hype-Geräten wie dem Apple iPhone oder dem iPad errechnete). Als Folge dieser Verknappung bestimmter Komponenten dürften auch die Preise für die Endgeräte steigen. Denn die Hersteller von Tablets, Smartphones oder LCDs legen vermutlich ihre höheren Einkaufspreise für Teilkomponenten auf die Endkunden um.
 
Selbst wenn die Produktionsanlagen nicht direkt zerstört wurden (bisher liegen nur wenige Berichte über tatsächliche Schäden an Fabriken, die IT-Zubehör fertigen, vor), so wird doch die Wiederaufnahme der Produktion durch die zeitweise unterbrochene Stromversorgung beeinträchtigt oder gar unmöglich gemacht. Zudem ist der Transport der IT-Komponenten durch die massiv in Mitleidenschaft gezogene Verkehrs-Infrastruktur vielfach erschwert.

Japan ist einer der weltgrößten Halbleiterhersteller auf Silikon-Basis. iSuppli geht davon aus, dass rund 60 Prozent der gesamten für die Halbleiterproduktion nötigen Silikons aus Japan kommt. Derzeit scheint es bei folgenden Komponenten zu Engpässen kommen zu können: NAND Flash-Speicher, Dynamic Random Access-Speicher (DRAM), Mikroprozessoren, einfachen Schalteinheiten wie Transistoren, LCD-Panels und LCD-Zubehör. Experten gehen davon aus, dass mindestens die nächsten zwei Wochen kein oder nur noch wenig Nachschub an den benötigten Komponenten kommen wird. Allerdings sind für ebenfalls rund zwei Wochen noch ausreichend Speicherchips und sonstige Bauteile bei den Endproduzenten. Somit können diese derzeit noch weiterproduzieren. Zu ernsten Engpässen und einem Stillstand der Endproduktion dürfte es also noch nicht im März, sondern erst Anfang April kommen, wenn alle Vorräte ausgebraucht sind.
 
Ab diesem Zeitpunkt könnten dann die Preise für LCDs oder Geräte mit Speicherbausteinen und Chips deutlich steigen. Davon könnte auch das brandneue Apple iPad 2 betroffen sein. Und das Nintendo DS sowie diverse LG-Mobiltelefone – deren Displays werden von Hitachi produziert. Und Hitachis Fabrik steht nahe am Erdbebengebiet, seit Montag geht dort nichts mehr. Auch LCD-TV-Geräte könnten knapp werden, weil Panasonics Fabrik nahe bei der Erdbebenzone liegt.

Möglicherweise können außerjapanische Hersteller die Ausfälle der japanischen Unternehmen kompensieren. Während Toshiba, derzeit der zweitgrößte NAND-Flashspeicherhersteller der Welt, davon ausgeht, dass seine Produktion gegenüber Februar um 20 Prozent zurückgeht, könnte das koreanische Unternehmen Samsung seine Produktion hochfahren und so den Ausfall teilweise kompensieren.

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