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Licht statt Elektronen auf der Datenautobahn

Prof. Dr. Jürg Leuthold hat es normalerweise mit blitzschnellen Vorgängen zu tun, als er sich jedoch bei der EU um Forschungsgelder für ein elekommunikationsprojekt bewarb, musste er sich an neue Zeitdimensionen gewöhnen. Der Kampf mit Brüssel hat sich für den Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik und Quantenelektronik der Universität Karlsruhe letztendlich gelohnt.

Um den weltweiten Datenverkehr innerhalb der bestehenden Netze zu beschleunigen, werden in den nächsten drei Jahren acht Forschungs- und Industriepartner aus sechs Nationen von der EU gefördert. Die Antwort des Karlsruher Triumph-Teams auf die Frage der EU, wie sich Breitband für alle realisieren lasse, lautet Licht statt Elektronen. Diese lassen sich vor allem für Dienste nutzen, die das Verarbeiten und Versenden riesiger Datenmengen voraussetzen.

Das Projekt Triumph (Transparent Ring Interconnection Using Multi-Wavelength Photonic Switches) wird seit März aus den Mitteln des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union mit 2,75 Mio. € gefördert. Die Kommunikationsprofis konnten den Brüsseler Gutachtern überzeugend darlegen, wie man mit Hilfe von Glasfaser-Schaltungen über die bestehenden Datenwege noch mehr Verkehr übertragen kann.

Konzept und Technik der Triumph-Partner setzen dabei an den Umschaltzentralen der Datenleitungen an. Der Telekommunikationsverkehr ist in hierarchischen Ringen angeordnet. Zwischen den Ringen regeln Umschaltknoten, so genannte Router, den Verkehr. Langsame und schnelle Datenleitungen stoßen hier aufeinander und müssen umgeleitet, gleichgeschaltet und koordiniert werden.

Laut dem Kommunikationsexperten Leuthold, entstehen in diesen Knoten die Hauptkosten. Genau hier setzt des Triumph-Projekt an. Um den Informationsumschlag zu erhöhen und die Weitergabe zu beschleunigen, sollen die Informationspakete in den Knoten per Licht statt wie bisher elektronisch weitergegeben werden. Neue Schaltungen, die mit Glasfasertechnik arbeiten, werden den Datenverkehr beschleunigen und verdichten, 16-mal mehr Information zum selben Preis oder günstiger ist das Ziel.

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