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Encyclopaedia Britannica öffnet sich für Autoren

09.06.2008 | 14:01 Uhr |

Erst haben Wikipedia und die Wissensfülle des Internets den Brockhaus-Verlag zu einer neuen Unternehmensstrategie gezwungen. Nun muss auch das bekannteste englischsprachige Lexikon, die Encyclopaedia Britannica, der Konkurrenz seinen Tribut zollen: Die Encyclopaedia Britannica öffnet ihre Artikel für Anmerkungen und Ergänzungen von Lesern.

Die berühmte Encyclopaedia Britannica setzt in Zukunft auch auf die Mitarbeiter ihrer Leser, die bald eigene Lexikon-Artikel online verfassen und bestehende ergänzen können. Damit gibt es künftig zwei Arten von Autoren bei der renommierten Enzyklopädie: Das bestehende bezahlte Profi-Team und die kostenlosen Community-Mitarbeiter, die nach dem Wikipedia-Prinzip ihr Wissen einbringen können.

Derzeit arbeitet der Verlag noch an der dafür erforderlichen Umstellung seines Webauftritts. Die Planungen sind mittlerweile abgeschlossen, jetzt geht es an die technische Umsetzung, die einige Monate in Anspruch nehmen wird. Danach soll sich das Lexikon nicht nur in einem neuen Design, sondern auch mit einem neuen Editor und mit Suchinstrumenten präsentieren, den angemeldete Community-Mitglieder nutzen können, um an der Encyclopaedia Britannica mitarbeiten und unter ihren eigenen Namen Artikel veröffentlichen zu können. Ein noch nicht näher erklärtes Belohnungssystem soll den freiwilligen Mitarbeitern den Einsatz schmackhaft machen. Die ehrenamtlichen Autoren sollen nicht nur echte Lexikon-Artikel verfassen dürfen, sondern auch Essays und Multimedia-Präsentationen veröffentlichen dürfen.

Das eigentliche Autoren- und Redaktionsteam der Encyclopaedia Britannica soll nach wie vor den Kernbestand der Encyclopaedia Britannica liefern, um den herum dann die Beiträge der freien Online-Mitarbeiter angeordnet werden. Die ehrenamtlichen Lieferanten können Änderungsvorschläge für geprüfte Artikel machen, die dann vom Redaktionsteam überprüft werden. Erscheinen die Änderungen und Ergänzungen sinnvoll, so werden die Fakten auf ihre Richtigkeit überprüft und finden dann Eingang in die eigentliche Encyclopaedia Britannica. Einen ersten Eindruck der neuen Britannica Online können Sie sich unter http://www.britannica.com/bps/home verschaffen.

Der Brockhaus-Verlag befindet sich derzeit ebenfalls in einer schmerzhaften Umstrukturierungs-Phase , die auch einen Stellenabbau umfasst. Künftig will der Mannheimer Lexikon-Verlag vor allem über ein derzeit noch nicht veröffentlichtes Online-Portal Geld verdienen. Daneben soll es aber auch weiterhin eine Printausgabe geben - letztere hatte der Verlag zunächst nicht mehr fortführen wollen, nach einigem hin und her änderte Brockhaus aber dann seine Meinung und will jetzt eine Doppelstrategie verfolgen.

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