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Leukämie-Mail: Echt oder nicht?

29.11.2000 | 11:31 Uhr |

Der verzweifelte Aufruf, Knochenmark-Spender einer bestimmten Blutgruppe für einen Todgeweihten zu finden, stößt anscheinend besonders in der Vorweihnachtszeit auf große Resonanz: Ein scheinbar aktueller Kettenbrief mit voller Absender-Angabe ist im Umlauf, der bereitwillig weiter geschickt wird. Wer kann auch schon einem Betreff "Bitte diese Mail ernst nehmen und zumindest weiterleiten" widerstehen? PC-WELT hat nachgehakt.

Der verzweifelte Aufruf, Knochenmark-Spender einer bestimmten Blutgruppe für einen Todgeweihten zu finden, stößt anscheinend besonders in der Vorweihnachtszeit auf große Resonanz: Ein scheinbar aktueller Kettenbrief mit voller Absender-Angabe ist im Umlauf, der bereitwillig weiter geschickt wird.

Wer kann auch schon einem Betreff "Bitte diese Mail ernst nehmen und zumindest weiterleiten" widerstehen? "Wir benötigen dringend eine/n Spender/in mit der Blutgruppe "AB negativ"!!! der/die bereit wären, ggf. Knochenmark zu Spenden" steht da in zweifelhafter Ortografie.

Tatsächlich kursiert dieser Kettenbrief jedoch schon lange Zeit im Internet. Er wirkt derzeit nur scheinbar authentisch durch eine Absender-Angabe mit Telefon- und Faxnummer. Die dort zu erreichende Dame ist nach Recherchen der PC-WELT mittlerweile wirklich der Verzweiflung nahe, allerdings weil sie pausenlos Rückfragen zu beantworten hat, seit ein unbekannter Witzbold sie mit diesem Kettenbrief in Zusammenhang gebracht hat.

Wer solche "Tränendrüsenbriefe" oder auch Warnungen vor angeblich teuflischen Viren erhält, sollte vor dem Klick auf den Weiterleiten-Knopf erst einmal die Hoax-Seite (siehe Glossar) der TU Berlin konsultieren. Tatsächlich gab es bereits echte Spenden-Aufrufe wie zum Beispiel im Fall der damals 9-jährigen Laura, die an Leukämie erkrankte. Sie sei aber bereits im Januar 2000 verstorben.

Auf der Hoax-Seite sind daher nicht nur viele dieser schlechten Scherze im Detail beschrieben, sondern auch einige Überlegungen zusammen gestellt, wie man selbst echte von unechten Meldungen unterscheiden kann.

Zu den "Tränendrüsenbriefen" heißt es da schlicht: "Kettenbriefe sind kein adäquates Medium, um seriöse Anliegen zu kommunizieren." (PC-WELT, 29.11.2000, kk)

Hoax warnt vor HIV-Infektion (PC-WELT Online, 23.11.2000)

Wobbler-`Virus` ist Falschmeldung (PC-WELT Online, 28.07.2000)

Hoax-Seite der TU Berlin

Originaltexte der Kettenbriefe zur Knochenmarkspende

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