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Microsoft-Gründer Paul Allen lobt und kritisiert Windows 8

04.10.2012 | 13:15 Uhr |

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen äußert sich in seinem Blog ausführlich zu Windows 8, das er als "evolutionären Meilenstein" bezeichnet. Er übt aber auch Kritik.

Microsoft-Mitbegründer Paul Gardner Allen äußert in einem äußerst ausführlichen Blog-Eintrag auf seiner Website öffentlich seine Meinung zu Windows 8 . Demnach habe er bereits die Vorabversionen von Windows 8 ausgiebig im Einsatz und ihm gefalle das neue Windows.

Laut Allen handele es sich bei Windows 8 um einen "evolutionären Meilenstein" in der Entwicklung von Windows, weil es Windows auf unterschiedlichen Plattformen vereine. Vor allem die neuen Funktionen beim Einsatz von Tablets seien "kühn und innovativ". Allen zeigt sich auch beeindruckt von der "cleveren Integration" von Tablet- und Desktop-Funktionen in einer Oberfläche. Unterm Strich sei Windows 8 flotter und reagiere schneller als Windows.

Allen räumt allerdings auch ein, dass die neue Oberfläche die bisherigen Windows-Nutzer irritieren könnte. Vor allem weil Applikationen und Dateien sowohl im Desktop- als auch im Tablet-Modus geöffnet und - in einigen Fällen auch genutzt werden könnten. Windows 8 setze daher eine kleine Eingewöhnungszeit voraus, in der sich die Anwender mit der neuen Oberfläche vertraut machen müssten. Allen kritisiert außerdem, dass es nicht möglich sei, Windows 8 im Desktop-Modus zu starten. "Das Ziel muss gewesen sein, die Leute dazu zu ermuntern, sich mit dem Windows-8-Stil zu akklimatisieren", so Allen. Dieser Design-Ansatz könnte aber die User, die sich nicht mit dem neuen Interface von Windows 8 abfinden möchten, als Einladung dazu dienen, bei Windows 7 zu bleiben.

Als Beispiel für ein eher wenig intuitives Element der neuen Oberfläche von Windows 8 nennt Allen die Charm-Leiste, die eingeblendet wird, wenn man mit dem Mauszeiger in die rechte obere Desktop-Ecke wandert oder mit einer Wischbewegung. In der Charm-Leiste finden sich eine Reihe von wichtigen Befehlen, wie etwa "Suchen", "Teilen", "Geräte" und "Einstellungen". Je nach geöffneter Metro-App werden in der Charm-Leiste auch dazu passende Befehle angezeigt. Allen kritisiert, dass dem Anwender auf dem Display keine visuellen Signale dafür gegeben werden, wo sich die Charm-Leiste befindet und wie sie sich aufrufen lässt.

Allen äußert auch Kritik daran, dass sich Metro-Apps zwar auf Tablets leicht schließen lassen, das Schließen dieser Apps auf Desktop-Rechnern mit Maus- und Tastatur-Steuerung aber eher umständlich ausfalle. Dazu muss man bei geöffneter Metro-App den Mauszeiger über den oberen Bildschirmbereich fahren, warten bis der Mauszeiger zur Hand wird und dann mit gedrückter linker Maustaste den gesamten Bildschirm nach unten ziehen.

Von unserer Seite bleibt da anzumerken, dass Metro-Apps nicht unbedingt geschlossen werden müssen. Im nicht genutzten Bereich belegen sie nur Speicher und verbrauchen nahezu keine Rechenleistung. Wenn das System den Speicher braucht, werden die am längsten nicht mehr benutzten Metro-Apps nach und nach geschlossen.

Paul Allen vermisst auf dem Metro-Startbildschirm außerdem so wichtige Elemente wie eine Uhr oder die Möglichkeit, auf die Energiefunktionen zuzugreifen.

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Was ist Windows 8?

Das neue Microsoft-Betriebssystem ist der Nachfolger von Windows 7 und erschien am 26. Oktober 2012. Windows 8 baut auf seinen sehr erfolgreichen Vorgänger auf und enthält den neuen Kachel-Startbildschirm, der sich an der Oberfläche mit rechteckigen Kästen orientiert, die Microsoft mit Windows Phone 7 eingeführt und später auch bei der Xbox 360 integriert hat. Der zunächst eingeführte Begriff der "Metro-Oberfläche" wurde kurz vor dem Start aus rechtlichen Gründen zurückgezogen. Inzwischen spricht Microsoft von "Windows-Live-Tiles".

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