Rechtsstreit

Bald keine iPads mehr in und aus China?

Mittwoch den 15.02.2012 um 16:23 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

iPad-Verbot in China
Vergrößern iPad-Verbot in China
Ein chinesisches Technologieunternehmen hat für Schlagzeilen gesorgt, nachdem es damit gedroht hatte, in China ein Verbot für den Import und Export des iPad von Apple erzielen zu wollen. Ist das iPad ernsthaft bedroht?
Apple hatte im Dezember 2011 im Streit um den Markennamen "iPad" in China eine Niederlage gegen das chinesische Technologieunternehmen Proview Technology erlitten, dass sich die Worte "iPAD" und "IPAD" in China bereits 2001 gerichtlich schützen ließ. Das Unternehmen Proview hatte in den letzten Tagen damit gedroht, einen Export- und Import-Stopp für das iPad erzwingen zu wollen. Mittlerweile rudert das Unternehmen allerdings zurück. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die chinesischen Zollbehörden hätten Proview Technology signalisiert, dass sie einem iPad-Verbot in China eher nicht zustimmen würden. Die Begründung: Apple-Produkte genießen in China eine zu hohe Beliebtheit. In einem Gespräch mit Reuters sagte der Proview-Chef: "Der Zoll hat uns mitgeteilt, dass es schwierig werde, ein Verbot durchzusetzen, weil die Chineses die Apple-Produkte lieben würden." Man habe aber dennoch eine Beschwerde bei der lokalen Zollbehörde eingereicht, die nun aber an die Zentrale in Peking weitergeleitet werde.

Ein Anwalt von Proview Technology hatte am Dienstag erklärt, einen Import- und Export-Stopp für das iPad von Apple erwirken zu wollen. Ein solcher Stopp hätte weltweite Auswirkungen, weil das iPad in China hergestellt und von dort aus in die ganze Welt ausgeliefert wird. Nach der Apple-Niederlage im Dezember sollen Behörden in einigen chinesischen Städten die Händler aufgefordert haben, das iPad nicht mehr zu verkaufen. Die Rede ist von rund 20 chinesischen Städten, in denen ein iPad-Verbot erlassen wurde. Aktuell soll auch Amazon China den Verkauf des iPads eingestellt haben.

Der Streit zwischen Proview Technology und Apple geht am 29. Februar vor einem chinesischen Gericht in die nächste Runde. Der Proview-Chef deutete aber im Gespräch mit Reuters bereits an, an einem Vergleich mit Apple interessiert zu sein. Proview Technology selbst fordert umgerechnet 1,6 Milliarden US-Dollar von Apple.

Das Geld wird von Proview Technology auch dringend benötigt: Das Unternehmen hat hohe Schulden und ihm droht demnächst die Pleite.




Mittwoch den 15.02.2012 um 16:23 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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