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Lebensgefahr durch aufplatzende Fahrbahnen (Update 7.7.)

07.07.2015 | 13:05 Uhr |

Autofahrer aufgepasst: Mittlerweile gilt auf einigen Autobahnen ein Tempo-Limit von 80 km/h. Wegen der Blow-Up-Gefahr. Dabei platzt die Fahrbahn der Autobahn plötzlich auf, es besteht Lebensgefahr für die Verkehrsteilnehmer. Im Jahr 2013 ereignete sich ein besonders tragischer Blow-Up auf der A93, wo mehrere PKWs und ein Motorradfahrer wie von einer Startrampe abhoben und verunglückten. Der Motorradfahrer starb dabei.

Update 7. Juli: Immer mehr Tempo-Limits

Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen gilt schon seit einigen Tagen auf einigen Autobahnen eine Geschwindigkeits-Begrenzung von 80 Stundenkilometer. An einigen Stellen ist die erlaubte Geschwindigkeit sogar auf 60 km/h begrenzt. Die von den Tempo-Limits betroffenen Strecken haben teilweise erhebliche Ausmaße - Sie sollten die dadurch verursachten Verzögerungen also bei Ihrer Routenplanung berücksichtigen. Erkundigen Sie sich am besten vor Fahrtantritt auf den Webseiten der Regionalpresse, ob auf der von Ihnen befahrenen Autobahn ein Tempo-Limit wegen Blow-Up-Gefahr gilt und fahren Sie dann gegebenenfalls früher los. Navigationsgeräte mit Echtzeitverkehrsinformationen wie beispielsweise das Discover Pro im VW Passat mit Car-Net warnen vor diesen Tempo-Limits und berücksichtigen die dadurch verursachten Verzögerungen bei der Berechnung der Ankunftszeit.

Update 5. Juni 2015:

Auf der A93 wurde zwischen den Anschlussstellen Abensberg und Hausen in Fahrtrichtung Regensburg eine Fahrbahnaufwölbung entdeckt, wie die Mittelbayerische Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Etwa einen Kilometer vor der Abfahrt Hausen. Dort gilt nun eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h.

Update Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung

Es klingt wie ein schlechter Witz: Das Frühjahr 2014 war bisher kühl und regnerisch, von Hitze eigentlich keine Spur. Doch der erste etwas sommerliche Tag gestern reichte offensichtlich aus, um den Fahrbahnbelag einer bayerischen Autobahn aufplatzen zu lassen. So meldet die Regionalzeitung "Die Mittelbayerische Zeitung" , dass auf der Autobahn A3 beim niederbayerischen Metten die Fahrbahn in Richtung Regensburg tatsächlich durch einen Blow-Up aufgeplatzt ist. Am Montagabend gegen 19.15 Uhr meldeten Autofahrer den Schaden der Polizei. Verletzt wurde niemand. Die Autobahnmeisterei soll den Blow-Up mittlerweile beseitigt haben, ein Polizeisprecher bezeichnet den Schaden als "minimale Fahrbahnverwerfung". Mittlerweile soll ein Sprecher der Autobahnmeisterei die Vermutung geäußert haben, dass hauptsächlich nicht die (in der Tat kaum vorhandene) Hitze, sondern Bauarbeiten für den Blow-Up verantwortlich gewesen sein sollen. Diese Bauarbeiten seien allerdings genau aus dem Grund durchgeführt worden, um Blow-Ups zu verhindern - es habe sich laut einem Bericht der Zeitung "Passauer Neue Presse" um "Entspannungschnitte" gehandelt.

Auf den einschlägig bekannten Autobahn-Abschnitten wie eben der A3 oder der A93 sollten Autofahrer also ab sofort besonders aufmerksam fahren. Es ist damit zu rechnen, dass die Autobahnmeistereien wie schon in letzten Jahr auf den gefährdeten Abschnitten Geschwindigkeitsbegrenzungen einführen. Für die A3 sei definitiv mit solchen Tempolimits wegen der Blow-Up-Gefahr zu rechnen, weil die A3 "komplett am Ende" sei und einer Komplettsanierung bedürfe, wie der Sprecher erklärte.

Blow-Up - darum geht es und deshalb ist er so gefährlich

Nach den tiefen Temperaturen im Winter lässt heftige Sommerhitze (teilweise in Kombination mit dem immer noch recht kühlen Boden) an viele Stellen im Bundesgebiet die Fahrbahndecken aufplatzen. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von so genannten Blowups beziehungsweise Blow-Ups. Dabei reißt binnen weniger Sekunden die Fahrbahndecke auf und ein Teil der abgerissenen Fahrbahndecke hebt sich. Und bildet damit eine Art Sprungschanze, von der die darüber hinweg fahrenden Autos, LKWs und Motorräder regelrecht abheben.

Das Problem betrifft in dieser Art übrigens nur Fahrbahnen, die aus Betonplatten gebildet werden. Asphalt-Fahrbahnen können unter extremer Hitzeeinwirkung zwar auch Veränderungen zeigen, wie Spurrillen beispielsweise, sie platzen aber nicht so gefährlich auf.

Tödlicher Unfall wegen Blowup

Genau so ein Blow-Up passierte im Jahr 2013 auf der Autobahn A93 vom Autobahnkreuz Hallertau Richtung Regensburg ziemlich genau auf der Höhe der Autobahnauffahrt Abensberg. Dort verwandelten sich ein BMW, ein Fiat, ein Kastenwagen und ein Porsche in Fluggeschosse, bis schließlich auch ein Harley-Davidson-Fahrer abhob. Und so schwer stürzte, dass er an den Folgen verstarb. Die Bremsspuren der verunglückten Fahrer konnte man noch viele Monate auf dem Belag der Autobahn erkennen. Die Autobahnmeisterei zog die Notbremse und verhängte auf dem betroffenen Fahrbahnabschnitt ein Tempolimit.

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Gegen solche Blowups sind Autofahrer nahezu hilflos, die Hebung beziehungsweise Senkung der Fahrbahn passiert binnen weniger Sekunden. Einziger Schutz: Langsamer als sonst fahren, damit man im Falle des Falls vielleicht doch noch rechtzeitig vor der Abbruchkante zu stehen kommt oder zumindest mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit über die Abbruchstelle hinwegfährt – und dann dementsprechend nicht so stark abhebt.

Laut Mitteilung des ADAC Insgesamt sind in Deutschland rund 70 Prozent der Autobahnen aus Asphalt gebaut, etwa 30 Prozent sind Betonfahrbahnen. Probleme gibt es laut ADAC vor allem an älteren Strecken aus Beton. Derartige Schäden gibt es normalerweise vor allem bei länger anhaltenden Hitzeperioden.
 
Wer haftet?

Der ADAC weist darauf hin, dass bei Unfällen oder Schäden am Fahrzeug durch „Blow-ups“ der Geschädigte nachweisen muss, dass die zuständige Autobahnmeisterei ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen ist. Dies dürfte angesichts der häufig spontan auftretenden Aufwölbungen sehr schwierig sein. Somit bleibt Autofahrern nichts anderes übrig, als - wie oben bereits von uns empfohlen - das Tempo zu drosseln, den Abstand zum Vordermann zu vergrößern und Schäden unverzüglich zu melden.

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