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Lava statt Java

09.01.2001 | 15:35 Uhr |

Ein Darmstädter Institut hat eine neue objektorientierte Programmiersprache entwickelt, die besonders leicht erlernbar sein soll. Anders als bei herkömmlichen Sprachen soll man bei Lava keinen ellenlangen Code eingeben müssen.

Das in Darmstadt ansässige GMD-SIT-(Sichere Telekooperation)-Institut entwickelt eine neue objektorientierte Programmiersprache, die besonders leicht erlernbar sein soll. Anders als bei herkömmlichen Sprachen soll man bei Lava keinen ellenlangen Code eingeben müssen.

Haben Sie als Kind auch mit Legobausteinen gespielt? Dann kennen Sie bereits das Prinzip von Lava. Aus vorgegebenen Bausteinen können Sie damit Ihr eigenes Programm zusammenstellen, ohne einen langen, fehleranfälligen Programmiercode eingeben zu müssen. Lava versucht zudem, die Vorteile der beliebten Sprachen Java und Visual Basic miteinander zu kombinieren.

Solche Bausteine können etwa Anweisungen, Funktionen, Ausdrücke, oder Design-Patterns (komplette, wiederverwendbare oder modifizierbare Muster) sein. Außerdem gibt es fertige Komponenten, die Sie direkt in Ihr Programm übernehmen können.

Lava bietet einen überschaubaren Umfang, der sich schnell erlernen lässt. Die zur Verfügung stehenden Mittel sind durch Buttons auf der Benutzeroberfläche von LavaPE, der Programmierumgebung von Lava, dargestellt. Dadurch entfällt das zeitaufwendige und oft fehlerbehaftete Lernen einer komplexen Syntax, die man sonst bis ins kleinste Detail einhalten muss. Wer selbst schon einmal programmiert hat, kennt die nervenaufreibende Suche nach einem falschen Semikolon oder einer Klammer in einem endlos scheinenden Code. Eigene Texteingaben sind bei Lava dagegen nur noch für selbstdefinierte Inhalte erforderlich.

Ein Programm, das zu einem Großteil aus vorgefertigten Modulen besteht, ist schneller zu erstellen, weniger fehleranfällig und wartungsfreundlicher. Das bedeutet Zeitgewinn, spart Kosten und schont die Nerven. Und die einfache Struktur eröffnet auch Nichtprofi-Programmierern die Chance zur Entwicklung eigener Programme. Denn nicht alle Interessierten wollen sich mit solch komplexen Sprachen wie Java oder C++ auseinanderzusetzen.

Allerdings stellt sich die Frage nach der Leistungsfähigkeit einer solchen Sprache. Denn wenn man sich zumeist auf vorgegebene Programmmodule stützen muss, könnte die Flexibilität und die individuelle Einsetzbarkeit auf der Strecke bleiben. Hier muss Lava in Zukunft beweisen, was es kann.

Die Entwicklung von Lava ist noch längst nicht abgeschlossen und wird zudem derzeit nur von zwei Programmierern vorangetrieben. Allerdings ist geplant, die Entwicklung von Lava - analog zu Open-Source-Projekten wie Linux oder KDE (siehe Glossar) - im Rahmen einer breiten Community weiterzuführen.

Interessierte Programmierer sind daher aufgerufen, sich zu beteiligen. Informationen finden Sie auf der unten angegebenen Internetadresse von Lava. Dort gibt es außerdem Details zur Zielsetzung und Philosophie des Projektes, eine ausführliche Dokumentation und einen Statusbericht. Außerdem werden die Vorteile und signifikanten Merkmale von Java und VB dargestellt, da Lava diese vereinen möchte. (PC-WELT, 09.01.2001, hc)

Lava-Website

PC-WELT Webtipp: Tutorials online

PC-WELT Webtipp: Programmieren leicht gemacht

Download: Java 2 für Linux (PC-WELT Online, 03.01.2001)

Gratis: Visual-Basic-Buch (PC-WELT Online, 17.12.2000)

Gratis-Buch wieder erhältlich (PC-WELT Online, 04.12.2000)

Gratis-Buch Visual Basic (PC-WELT Online, 21.11.2000)

Programmier-Wettbewerb für Schüler (PC-WELT Online, 12.11.2000)

Erste Screenshots von Visual Studio.net (PC-WELT Online, 07.12.2000)

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