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Laser-Scanner erkennt Papiersorte

05.08.2005 | 15:49 Uhr |

Gefälschte Dokumente sollen mit einer neuen, preisgünstigen Technik sicher erkannt werden.

Britische Forscher haben ein Verfahren entwickelt, das die Oberflächenstruktur von Materialien wie Papier und Kunststoff so genau erfassen kann, dass daraus eine Art eindeutiger Fingerabdruck gewonnen werden kann. Ausweispapiere, Banknoten und andere Dokumente, bei denen die verwendete Papiersorte bekannt ist, können so von Fälschungen unterschieden werden, hoffen die Forscher.

Das als "Laser Surface Authentication" (LSA) bezeichnete Verfahren zur eindeutigen Identifizierung von Oberflächen haben Wissenschaftler des Imperial College in London und der Universität von Durham entwickelt, die sich mit Nanotechnologie beschäftigen. Professor Russell Cowburn erklärt, ein solcher eindeutiger Fingerabdruck ergebe sich aus mikroskopischen Unregelmäßigkeiten der Oberfläche, die bei fast allen Papiersorten, Plastikkarten und Verpackungen vorhanden seien. Diese Rillen und Unebenheiten sind wenige 100 Nanometer (1 nm = 0,000000001 m) groß.

Diese Eigenschaften des Materials seien praktisch nicht fälschbar. Damit werde ein preisgünstiges Verfahren zur Erkennung gefälschter Dokumente möglich, denn es werde lediglich ein einfacher, tragbarer Laser-Scanner benötigt. Dieser tastet die Oberfläche mit einem fokussierten Laserstrahl ab und das ermittelte Streumuster der reflektierten Strahlen kann dann mit den gespeicherten Mustern echter Dokumente verglichen werden. Stimmt der Fingerabdruck des Materials nicht mit den gespeicherten Referenzdaten überein, ist die Fälschung erkannt.

Einer der weiteren wichtigen Vorteile dieses Verfahren ist, dass keine Veränderungen an bestehenden Dokumenten vorgenommen werden müssen. Geldscheine, auch ältere, Reisepässe, Führerscheine, Kreditkarten können so, wie sie heute sind, sicher identifiziert werden. Auch CDs, DVDs und Plastikkarten aller Art lassen sich so überprüfen. Selbst grober Umgang mit den Gegenständen stört die Erkennung nicht. Die Forscher haben schwarze Markierstifte, Feuer, Wasser und Scheuermittel eingesetzt, um die Oberflächen zu manipulieren - sie wurden trotzdem weiterhin sicher erkannt.

Ob und wann dieses Verfahren in der Praxis zum Einsatz kommen wird, bleibt jedoch noch abzuwarten. Mit der Ausgründung der Firma Ingenia Technology wollen die Forscher den Weg zu einem marktreifen Produkt beschreiten. Bei den vergleichsweise niedrigen Kosten des LSA-Systems könnte es in einigen Bereichen eine harte Konkurrenz zu teuren Biometrie-Lösungen darstellen.

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