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Botnets - Geschäfte mit Zombies

16.05.2008 | 18:46 Uhr |

Der Antivirus-Hersteller Kaspersky Labs hat eine Analyse der Techniken und des Geschäftsmodells der Botnet-Szene veröffentlicht. Demnach gehören Botnets derzeit zu den wichtigsten illegalen Einnahmequellen im Internet.

Botnets sind neben Spionageprogrammen, die vertrauliche Informationen wie Zugangsdaten stehlen, das bedeutendste Ergebnis der in den letzten Jahren zunehmenden Gewinnorientierung in der Malware-Szene. Vitaly Kamluk, Malware-Forscher beim russischen Antivirus-Hersteller Kaspersky Lab , hat eine ausführliche Analyse der Botnet-Szene verfasst, in der er sowohl die verschiedenen Botnet-Techniken darstellt als auch auf das Geschäftsmodell der Betreiber eingeht.

Wie Kamluk erläutert , werden Botnets heute für verschiedenste kriminelle Zwecke eingesetzt - angefangen beim Spam-Versand über Phishing und Datendiebstahl bis zu Angriffen auf Websites oder die Internet-Infrastruktur eines ganzen Landes.

Online-Kriminelle, die Botnets für ihre Zwecke einsetzten wollen, benötigen heute weder besondere Kenntnisse noch größeres Eigenkapital. Für vergleichsweise wenig Geld können sie ein komplettes Botnet oder Teile davon mieten, einschließlich Steuerungs-Software und anonymem Web-Hosting. Die Preise schwanken laut Kamluk je nach Qualität zwischen 5 und 1000 US-Dollar. Der Preis richtet sich etwa nach der Funktionsvielfalt der Bots und danach, ob sie von Antivirus-Programmen erkannt werden.

Alles, was zum Aufbau eines Botnets und zu seinem Schutz vor Entdeckung nötig ist, gibt es im Internet zu erschwinglichen Preisen. Die Zombie-Netze sind jedoch nicht nur für Gewinn-orientierte Kriminelle interessant, auch politisch motivierte Hacker oder gar Regierungsstellen bedienen sich solcher Cyber-Armeen. Nach Ansicht von Vitaly Kamluk ist heute bereits jeder zehnte PC Teil eines Botnets.

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