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E-Plus will Funkzellen von Konkurrenten mieten

25.05.2010 | 12:39 Uhr |

E-Plus will Funkzellen bei seinen Konkurrenten anmieten, um doch noch Zugriff auf die begehrten LTE-Frequenzen bei 800 Megahertz zu bekommen.

Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Bei der Frequenzauktion, die am Donnerstag endete, war E-Plus in diesem Sendebereich leer ausgegangen.

Mehr als 500 Millionen Euro wollte der Netzbetreiber nicht ausgeben, um eins der sechs Pakete aus der sogenannten Digitalen Dividende zu ersteigern. Deshalb ließ E-Plus den Konkurrenten O2, Deutsche Telekom und Vodafone am Ende der Auktion den Vortritt. Ob das eine kluge Entscheidung war, muss sich noch herausstellen. Auf jeden Fall spart sie vorerst viel Geld. Während alle anderen Auktionsteilnehmer mehr 1,3 Milliarden Euro investierten, muss E-Plus nur 283,6 Millionen bezahlen.

Jetzt signalisiert Deutschlands drittgrößter Netzbetreiber, dass er gern mit seinen Rivalen kooperieren möchten. Man wolle Funkfrequenzen in Gebieten mieten, wo E-Plus keine ordentliche Netzabdeckung hat. Bei der Auktion ersteigerte E-Plus neue Frequenzen im GSM-Band von 1,8 Gigahertz, im UMTS-Bereich von 2,0 Gigahertz und bei der Frequenz um 2,6 Gigahertz, die meistens für Wimax oder LTE genutzt wird. Sie lassen sich für beliebige Breitbandtechniken nutzen, aber sie können nicht alle weißen Flecken auf dem Land abdecken.

Bei der Miete komme es jetzt vor allem auf den richtigen Preis an, sagte CEO Thorsten Dirks der Nachrichtenagentur. E-Plus versorge bereits 90 Prozent der deutschen Bevölkerung mit mobilen Datendiensten über EDGE, UMTS oder HSPA und "für die restlichen Prozent suchen wir eine Netzwerkkooperation für den richtigen Preis". Sein Unternehmen sei absolut auf Deutschland konzentriert, es sei der wichtigste Markt außerhalb der Niederlande, wo die Mutterfirma KPN herkommt.

"Wenn sie auf uns zukommen, werden wir auf jeden Fall mit ihnen reden", sagte Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, im Interview mit Bloomberg. Sein Unternehmen habe schon oft gezeigt, dass es offen für Kooperationen ist. Deutschlands kleinster Netzbetreiber O2 hatte beispielsweise jahrelang das Netz von T-Mobile mitgenutzt.

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