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Bankdaten statt Christstollen geliefert

19.12.2008 | 20:40 Uhr |

Die der Landesbank Berlin verloren gegangenen Kundendaten sind durch die Kurierfahrer an eine Zeitung ausgeliefert worden, um den Diebstahl eines Christstollens zu kaschieren. Klingt nach Aprilscherz, ist aber so.

Vor einer knappen Wochen traf bei der Frankfurter Rundschau ein Paket ein, das Kreditkartendaten von 130.000 Kunden der Landesbank Berlin (LBB) enthielt. Wie es dazu kommen konnte, hat die Polizei inzwischen heraus gefunden. Doch des Rätsels Lösung klingt eher nach Aprilscherz oder Weihnachtsmärchen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt haben zwei hungrige Kurierfahrer einen Christstollen entwendet und stattdessen ein Datenpaket der LBB bei der Zeitung abgeliefert.

Der Christstollen war von einer Stuttgarter Firma per Kurierdienst an die Frankfurter Rundschau (FR) geschickt worden. Derselbe Kurierdienst transportierte auch mehrere Pakete mit Micro-Fiches, die Kundendaten nder Landesbank Berlin enthielten. Die beiden Kurierfahrer haben irgendwie heraus gefunden, dass das Paket an die Zeitung einen Christstollen enthielt und sich daran gütlich getan.

Um den Diebstahl zu vertuschen, klebten sie das Versandetikett auf irgendein anderes Paket - ausgerechnet auf eines von sechs, das der Datendienstleister der LBB, die Firma Atos Worldline, an die Bank liefern ließ. So landete statt der weihnachtlichen Leckerei ein handfester Datenskandal in der FR-Redaktion - in gewissem Sinne auch ein gefundenes Fressen...

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