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Copyright-Verfechter Siegfried Kauder verletzt Urheberrecht im Internet

29.09.2011 | 18:35 Uhr |

Siegfried Kauder (CDU) gilt als einer der härtesten Copyright-Verfechter in der Politik. Während er jugendlichen Tauschbörsen-Nutzern mit einer Internet-Sperre droht, hat der Hardliner selbst die ein oder andere Leiche im virtuellen Keller.

Das Internet ist trotz diversen Gesetzesanpassungen in den vergangenen Jahren teilweise noch immer ein rechtsfreier Raum. Diesen Umstand machen sich vor allem Nutzer von Tauschbörsen zunutze. Genau diese hat der CDU-Politiker Siegfried Kauder bereits seit längerem im Visier. Erst in der vergangenen Woche sorgte der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag mit einer neuen Gesetzesinitiative für Aufsehen. Im Rahmen einer Zwei-Phasen-Lösung will Kauder die Copyright-Verstöße von Jugendlichen mit Internet-Entzug ächten.

Die gewagte These machte vor allem angesichts der Tatsache, dass Kauder auch als Präsident der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände auftritt, Furore. Die Piratenpartei nahm daraufhin Kauders Website  genauer unter die Lupe und wurde fündig. Laut dem Branchendienst Meedia finden sich auf der Internetseite zahlreiche Verstöße gegen das Urheberrecht für Fotos. Die mit der Erstellung von Kauders Web-Präsenz beauftragte Medien-Firma hatte sich den Angaben zufolge beim Online-Fotodienst Panoramio bedient und zahlreiche Bilder ohne Quellenangabe für ihre Zwecke benutzt.

Die Piratenpartei veröffentlichte daraufhin einen offenen Brief an Kauder . Auf eine Antwort warteten die Parlamentarier jedoch bisher vergeblich. Kauders Reaktion bestand lediglich in der Tilgung seiner Urheberrechtsverletzungen im Internet.

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