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Künstliches Auge nach dem Vorbild der Natur

30.04.2006 | 13:07 Uhr |

Kameras könnten schon bald so klein sein, dass sie unsichtbar in der Kleidung untergebracht werden können. Forscher orientieren sich an den Augen von Insekten um die Größe derart reduzieren zu können.

Wissenschaftler der Universität von Berkeley haben ein künstliches Auge entwickelt. Diese können entweder als Kamera oder für Sensoren eingesetzt werden, um optische oder chemische Informationen aufzunehmen, die bisher selbst für modernste Technik unsichtbar geblieben sind. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig: Die Aufzeichnung von schnellen Bewegungen, Umwelteinflüssen, medizinischen Daten für eine Endoskopie oder als Hilfe bei Operationen.

Die halbkugelförmigen Systeme bestehen aus tausenden einzelner Linsen, ähnlich wie bei einem Insekt. Diese werden kostengünstig aus Acryl hergestellt und verfügen über unzählige lichtempfindliche Kanäle, die wie bei Insekten in Sechsecken untergebracht sind. Wie bei einem Nadelkissen empfängt jede Linse Licht, welches in einem anderen Winkel auftrifft. Doch wo beim Insekt eine lichtempfindliche Zelle die Bildinformation in verwertbare elektrische Impulse verwandelt, wollen die Wissenschaftler eine CCD Photodiode einsetzen, ähnlich wie sie auch in Digitalkameras oder Camcordern verwendet wird.

Um das künstliche Auge herzustellen, mussten die Forscher zuerst eine halbkugelförmige Schale mit tausenden kleiner Linsen herstellen. Diese wurde mit einer dünnen Schicht eines elastischen Kunststoffs namens PDMS abgedeckt. Mit Unterdruck wurde das System nun noch in die gewünschte Form gebracht. Die notwendige Lichtleitfähigkeit der Kanäle konnte hingegen erst durch eine Bestrahlung erfolgen. In wenigen Jahren soll das künstliche Auge erstmals in großen Mengen gefertigt werden können. Erste Anwendungen wären wahrscheinlich hauchdünne Handykameras. Danach würden sie auch in Videokameras oder in der Kleidung platzierten Überwachungskameras Verwendung finden.

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