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Kühn: Indien plant 10-Dollar-Notebook

07.05.2007 | 14:15 Uhr |

Die indische Regierung will den günstigen Preis des 100-Dollar-Notebooks mit einem eigenen Notebook-Projekt noch deutlich unterbieten: In Indien soll ein Laptop entwickelt werden, das für sage und schreibe 10 Dollar kosten wird.

Indiens Ministerium für "Human Resource Development (MHRD)" will das bekannte OLPC-Projekt mit dem 100-Dollar-Notebook deutlich übertrumpfen. Mit einem 10-Dollar-Notebook, wie die Zeitung "Times of India" berichtet . Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase, zwei Design-Studien stehen zur Diskussion, die derzeit allerdings aus urheberrechtlichen Gründen noch nicht veröffentlicht werden.

Beim derzeitigen Entwicklungsstand würden die Produktionskosten für das Notebook zirka 47 Euro betragen. Das ist der indischen Regierung aber immer noch zu viel, im Zuge der geplanten Massenproduktion des Notebooks hoffen die Verantwortlichen die Kosten noch deutlich weiter senken zu können, im Idealfall bis auf nur noch zehn US-Dollar. Zudem sollen Teile des Notebooks von indischen Firmen hergestellt werden.

Das OLPC-Notebook
Vergrößern Das OLPC-Notebook
© 2014

Wenn man sich die Entwicklung beim so genannten 100-Dollar-Notebook anschaut (das die Fotos zu dieser Meldung zeigen), dann darf man der vorgegebenen Zielmarke von zehn Dollar durchaus skeptisch gegenüber stehen. Zum Vergleich: die Produktionskosten für das 100-Dollar-OLPC-Laptop werden derzeit auf 176 Dollar veranschlagt . Das sind immerhin 76 Prozent mehr als ursprünglich geplant. Das OLPC-Laptop (OLPC steht für One Laptop per Child/ein Laptop pro Kind) wird mit einem AMD 433-MHz-Geode-Prozessor, 256 MB RAM, 1 GB Flash-Speicher (als Festplattenersatz), drei USB-Ports, Wlan 802.11b/g-Support und einem LCD ausgestattet sein. Wie Indien also ein Laptop für gerade einmal zehn Dollar produzieren will, mit dem man dann noch vernünftig arbeiten kann, ist vielen Marktbeobachtern ein Rätsel. Denn die Preise für die einzelnen Komponenten seien einfach zu hoch, wie beispielsweise ein Analyst von Merrill Lynch meint. Allein das Display - das vermutlich identisch mit dem des OLPC-Gerätes sein dürfte - kostet in der Herstellung 28 Dollar pro Stück. Die Hauptplatine inklusive CPU des OLPC-Notebooks wird mit 75 Dollar veranschlagt.

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