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Kubuntu.de geht aus Protest offline

10.04.2006 | 12:54 Uhr |

Die Pinguine zanken sich: Kubuntu.de ist seit heute für eine Woche offline. Damit wollen die Macher der deutschen KDE-Version von Ubuntu ihren Unmut gegen den Sponsor der kostenlosen Linux-Distribution aus Südafrika zum Ausdruck bringen.

Ubuntu ist eine noch relativ junge Linux-Distribution, die der südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth ins Leben gerufen hat. Als grafische Bedienoberfläche setzt Ubuntu auf Gnome. Engagierte Linux-Enthusiasten haben davon eine Variante mit dem in Deutschland bekannteren KDE als grafische Oberfläche entwickelt. Sie hört auf den Namen Kubuntu. Zwischen den deutschsprachigen Kubuntu-Verfechtern um Kubuntu.de und Canonical , dem Sponsor von Ubuntu/Kubuntu.org (das Unternehmen gehört Mark Shuttleworth), gibt es jetzt Zoff.

Die Verantwortlichen von Kubuntu.de fühlen sich vernachlässigt. Deshalb haben sie heute eine Protestwoche gestartet und kubuntu.de offline genommen.

Kubuntu.de will mit Forum, Mailingliste und IRC-Channeln die Community unterstützen, den Benutzern von Kubuntu eine Plattform zu bieten und damit das Kubuntu-Projekt fördern, wie die Entwickler erklären. Den größten Teil der Arbeit leistet dabei ein Einziger, nämlich Andreas Müller. Für sein Engagement wird Müller jedoch nicht nur nicht bezahlt, wie der Kubuntu.de-Verantwortliche klagt, er trägt auch allein die Kosten für die Website kubuntu.de.

Müller habe an Canonical einige Anfragen gestellt. Zum Beispiel "zum Status von Kubuntu im Vergleich mit Ubuntu" und "wegen der "Reaktivierung des Accounts von Andreas Müller auf kubuntu.org. Diese Anfragen sind aber samt und sonders bis zum heutigen Tage unbeantwortet geblieben", beschwert sich Müller.

Für das Kubuntu-Projekt gibt es Müller zufolge einen einzigen bezahlten Entwickler (Jonathan Riddell). Die deutsche Kubuntu-Gruppe geht dagegen bisher leer aus. Dagegen protestieren die Kubuntu.de-Leute jetzt.

Müllers Fazit: "Da Canonical unser aller persönliches und zum Teil auch finanzielles Engagement bisher ignoriert, müssen wir davon ausgehen, dass Canonical nicht bereit ist, Kubuntu zu einer "1st class distribution" zu machen." Und Müller droht: "Der derzeitige Status ist leider alles andere als tragbar und gefährdet den Fortbestand und natürlich vor allem die Weiterentwicklung von Kubuntu."

Die Protestseite schließt mit dem Ultimatum an Canonical: "Sollten also bis zum 15.04.2006 nicht alle von Andreas Müller gestellten Fragen beantwortet sein, wird kubuntu.de mitsamt Forum und Mailinglisten offline gehen, wird Andreas Müller von der Entwicklung Kubuntus zurücktreten und es wird keinen Stand am Linux-Tag geben.

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