59038

Krypto-Rekord mit Photonen

20.04.2006 | 15:36 Uhr |

Nach einem neuen Rekord in der Quantenkryptografie kommen praktische Anwendungen langsam in Sichtweite.

Forscher der US-amerikanischen Regierungsbehörde NIST (National Institute of Standards and Technology) haben einen selbst aufgestellten Geschwindigkeitsrekord gebrochen. Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist dies ein weiterer Schritt in Richtung praktisch einsetzbarer Quantenkryptografie in realen Anwendungen.

Auf einer Glasfaserleitung werden einzelne, unterschiedlich polarisierte Photonen (Lichtteilchen) übertragen und so ein kontinuierlicher, binärer Code erzeugt, der zur Verschlüsselung von Daten verwendet werden soll. Nach den Gesetzen der Quantenmechanik muss jeder Versuch diese Übertragung zu belauschen auffallen, da die Polarisationsrichtung der Photonen dadurch verändert würde.

Die Forscher erzielten auf einer Übertragungsstrecke von einem Kilometer eine Datenrate von vier Millionen Bits pro Sekunde. Damit verdoppelten sie den Rekordwert, den sie einen Monat zuvor aufgestellt hatten. Die Fehlerrate betrug nur 3,6 Prozent. Die Transmission funktioniert auch über eine vier Kilometer lange Glasfaserleitung, allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit.

Ziel der Forschungen ist die sichere Übertragung eines geheimen Chiffrierschlüssels, um Nutzdaten abhörsicher über herkömmliche Datennetze transportieren zu können. Eine praktische Anwendung eines solchen Verfahrens kann zum Beispiel die abhörsichere Übertragung von Videodaten, etwa aus Überwachungskameras oder bei Videokonferenzen sein.

0 Kommentare zu diesem Artikel
59038