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Kritiker werden per DDoS zum Schweigen gebracht

13.04.2005 | 15:20 Uhr |

Wer keine Kritik verträgt, antwortet zuweilen mit radikalen Maßnahmen.

Wer keine Kritik verträgt, antwortet zuweilen mit radikalen Maßnahmen. So wird eine populäre Website, in deren Foren Sicherheitsfachleute über so genannte "Rootkits" diskutieren, durch einen DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) blockiert. Greg Hoglund, Betreiber von rootkit.com, berichtet, dass seine Website durch einen solchen Angriff lahmgelegt wird.

Dem Angriff voraus gegangen waren Beiträge von Forenteilnehmern, in denen die Qualität einer bestimmten, kommerziell angebotenen Rootkit-Software einer bulgarisch-türkischen Hackergruppe negativ bewertet wurde. Daraufhin entwickelte sich zunächst eine heftige Kontroverse ("Flame War") in dem Forum. Anschließend begann die DDoS-Attacke.

Hoglund geht davon aus, dass der DDoS-Angriff durch Mitglieder der Hackergruppe, um deren Rootkit es ging, ausgeführt wird. Sie benutzen dafür mehrere hundert kompromittierte PCs, die den Web-Server mit über 100.000 Anfragen pro Sekunde bombardieren. Dadurch wird die Website für normale Internet-Benutzer unerreichbar.

Weitere Angriffe gelten zwei anderen Websites mit gleicher thematischer Ausrichtung, auf denen im Zuge der Kontroverse um das besagte Rootkit ebenfalls kritische Äußerungen über dieses Programm erschienen. Die Betreiber der Websites erhielten Mails, in denen sie aufgefordert wurden, sich öffentlich für die negativen Bemerkungen zu entschuldigen. Dann würden die Angriffe eingestellt.

Greg Hoglund bezeichnete diese Angriffe als hilflose Reaktion unreifer Kinder, die keine Kritik vertragen könnten. Er hätte die beleidigenden Beiträge ohnehin aus den Foren entfernt, weil solche Beiträge gegen die Nutzungsrichtlinien der Foren auf seiner Website verstießen. Auf seiner Website wird nicht nur über Vor- und Nachteile einzelner Rootkits diskutiert, sondern auch über mögliche Abwehrmaßnahmen. Die Website ist nach wie vor nicht erreichbar.

Schwarzlicht spürt unsichtbare Spione auf (PC-WELT Online, 09.03.2005)

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