62790

Kritik an geplanter Ausweitung des Handy-Verbots in Bayern

Handys sollen an Schulen in Bayern verboten werden. Und wenn man schon dabei ist, sollen auch Geräte wie MP3-Player, Walkman oder Discman ebenfalls auf der schwarzen Liste landen.

Das in Bayern geplante Handy-Verbot an Schulen soll auf Geräte wie MP3-Player, Walkman und Discman ausgeweitet werden. Das Kultusministerium bestätigte am Freitag in München einen Bericht des "Münchner Merkurs". Ein Ministeriumssprecher sagte auf dpa-Anfrage, das Verbot digitaler Speichermedien an bayerischen Schulen werde so allgemein formuliert, dass auch künftige technische Entwicklungen mit dem Gesetz abgedeckt würden. Werde ein Schüler in Zukunft mit einem solchen Gerät während des Unterrichts erwischt, werde das Gerät beschlagnahmt.

Die Ausweitung des Nutzungsverbots stieß bereits auf scharfe Kritik. Der SPD-Bildungsexperte Hans-Ulrich Pfaffmann sagte am Freitag, Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) habe "wirklich jedes Augenmaß verloren". Auch der Deutsche Lehrerverband kritisierte das geplante Totalverbot digitaler Medien als reinen Aktionismus. "Ein MP3-Player ist zwei mal fünf Zentimeter groß", betonte Lehrerverbands-Vorsitzender Josef Kraus und fragte: "Sollen wir demnächst Leibesvisitationen machen oder Metalldetektoren einsetzen?"

Auch der Bayerische Philologenverband zeigte kein Verständnis für das Kultusministerium. Verbandsprecher Hergen Kicker warnte vor einer "Symbolpolitik, die nicht die Ursachen bekämpft".

0 Kommentare zu diesem Artikel
62790