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Kritik an Mobilfunk-Kodex

18.07.2006 | 14:25 Uhr |

Neben Verbraucherschützern hat nun auch eine Wirtschaftsinitiative den Verhaltenskodex der Mobilfunkbranche kritisiert.

Die Wirtschaftsinitiative „ No Abuse In Internet “ (NAIIN) hat den kürzlich von der deutschen Mobilfunkbranche verabschiedeten Verhaltenskodex kritisiert. Zusätzlich rief sie den Gesetzgeber auf, an seinen Vorhaben zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Mobilfunkbereich festzuhalten. Laut NAIIN nutze die freiwillige Selbstverpflichtung der Mobilfunkprovider das mangelnde Fachwissen der Kunden aus und diene ausschließlich den Interessen der beteiligten Unternehmen. NAIIN-Geschäftsführer Dennis Grabowski sieht in dem Kodex gar einen „zahnlosen Tiger“, da Anbietern, die gegen die Auflagen verstoßen, keine ernsthaften Konsequenzen drohen.

Der Verhaltenskodex umfasst unter anderem Regelungen zum Handshake-Verfahren für Abo-Services sowie zur Preistransparenz und Kündigung von Premiumdiensten. Dabei handelt es sich aber größtenteils um Bereiche, die voraussichtlich mit den Änderungen im Telekommunikationsgesetz Anfang 2007 sowieso für alle Anbieter verpflichtend werden. „Die Mobilfunkbranche hat jahrelang nicht auf diese Entwicklungen reagiert und sich kein bisschen für die Rechte ihrer Kunden stark gemacht“, so NAIIN-Präsident Arthur Wetzel. Die Mobilfunker wollen nun den vom Gesetzgeber geplanten Änderungen mit der schnell ins Leben gerufenen Selbstverpflichtung entgegen wirken, so Wetzel.

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