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Kreise: Infineon will Münchener Werk verschenken

Der Halbleiterhersteller Infineon erwägt, sein von der Schließung bedrohtes Werk in München-Perlach an den Konkurrenten X-Fab zu verschenken und ihm noch eine Mitgift zu geben.

Der Halbleiterhersteller Infineon erwägt, sein von der Schließung bedrohtes Werk in München-Perlach an den Konkurrenten X-Fab zu verschenken und ihm noch eine Mitgift zu geben. In Branchenkreisen wurde am Donnerstag bestätigt, dass die Verhandlungen auf eine solche Lösung hinausliefen. Eine vorgesehene zusätzliche Zahlung, deren Höhe offen blieb, solle als Risikoausgleich für X-Fab dienen. Im Gegenzug soll der Thüringer Halbleiterhersteller eine Arbeitsplatzgarantie für voraussichtlich etwa 600 der insgesamt 800 Beschäftigten des Münchner Werkes geben.

Nach Einschätzung von Infineon arbeitet das Werk in München- Perlach mit einer veralteten Technologie. Deshalb hatte das Unternehmen die Schließung angekündigt. Ein Infineon-Sprecher wollte sich zu den Details der Verhandlungen am Donnerstag nicht äußern und bestätigte lediglich erneut, dass man Gespräche mit X-Fab führe.

Unterdessen strebt die IG Metall einen baldigen Beginn der Gespräche über das Infineon-Werk an. Man habe dem Unternehmen zwei alternative Termine am 2. und den 8. September vorgeschlagen, sagte Michael Leppek von der IG Metall München. "Wir haben Infineon angeboten, über einen Sanierungs- und Ergänzungstarifvertrag zu reden." Oberstes Ziel sei der Erhalt der Arbeitsplätze in dem Werk.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) hatte über die Pläne für eine Schenkung des Werkes berichtet und dabei auch eine Parallele zum Vorgehen des Elektrokonzerns Siemens gezogen, der seine verlustreiche Handy-Sparte inklusive einer kräftigen Finanzspritze an das taiwanesische Unternehmen Benq abgibt. Laut FAZ verhandeln Infineon und X-Fab auch über längere Arbeitszeiten für die Belegschaft in München-Perlach. "Wir haben das alles mit Interesse zur Kenntnis genommen. Da müssen die natürlich mit uns reden", sagte Leppek. Details aus den Verhandlungen mit X-Fab seien nicht bekannt.

Nach Darstellung der IG Metall wären von einer Schließung des Werkes direkt und indirekt rund 1000 Beschäftigte betroffen. Für den "unwahrscheinlichen" Fall, dass sich der Erhalt der Arbeitsplätze nicht realisieren lasse, habe man eine Reihe von Forderungen aufgestellt, sagt Leppek. Dazu gehörten neben einer Qualifizierung der Beschäftigten auch Perspektiven für die Arbeitnehmer über den Schließungszeitraum hinaus wie eine Entgeltsicherung und eine Weiterbeschäftigung. Zudem bereite man sich für alle Fälle auf einen Streik vor, der noch im Herbst beginnen könnte. Parallel müssten die weiteren Gespräche von Infineon und X-Fab abgewartet werden.

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