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Kreditkartenbetrug: Nach der Testabbuchung droht der Hammer

11.09.2007 | 11:34 Uhr |

Unter Internet-Betrügern erfreut sich ein neuer Trick immer größerer Beliebtheit: Sie überprüfen die Gültigkeit von Kreditkartennummern vor dem eigentlichen Betrug zuerst mit Mini-Abbuchungen.

Kreditkartenbenutzer sind gut beraten, auch kleinste Unstimmigkeiten auf ihrer monatlichen Abrechnung bei ihrer kartenausgebenden Bank zu monieren. Auch wenn Kleinstbeträge im Bereich von zwei bis drei Euro auf den ersten Blick den Aufwand nicht zu lohnen scheinen, ist Vorsicht geboten: Betrüger überprüfen nämlich mit diesen Minibelastungen, ob eine ergaunerte Kreditkartenummer gültig und frei geschaltet ist.

In einem der COMPUTERWOCHE bekannten Fall versuchten Betrüger als angebliche Susan Cook, Inhaberin eines Tanzstudios in den USA, das Visa-Kreditkartenkonto des potenziellen Opfers mit 3,21 Dollar für eine Internet-Transaktion zu belasten. Allerdings hatte der Kartenbesitzer Glück: Bei der Bayerischen Landesbank , das Institut ist unter anderem für die Abrechnung der Lufthansa Visa Card zuständig, fiel die eher ungewöhnliche Belastung auf. Daraufhin stoppte die für die Risikosteuerung zuständige Abteilung die Abbuchung und sperrte gleichzeitig die Kreditkarte, bevor größerer Schaden entstehen konnte. Auf Nachfrage erklärte die Bank, dass solche Testbelastungen eine durchaus übliche Masche von Internet-Betrügern seien. Hätten diese damit Erfolg, so würden dann später höhere Beträge in Rechnung gestellt. Unklar ist, wie die Betrüger an die Kartendaten kamen.

Dank des beherzten Eingreifens der Bank entstand zwar kein finanzieller Schaden, doch für das potenzielle Opfer, das sich im Urlaub befand, hatte der Vorfall eine unliebsame Konsequenz: Es stand im Ausland mit einer gesperrten Kreditkarte da. Zudem benötigt es eine neue Kreditkarte, denn die bisherige Kartennummer gilt nachdem Vorfall als verbrannt.

Diese Betrugsmasche zeigt erneut, dass die Kreditkartenabrechnungen sehr sorgfältig zu prüfen sind. Zudem sollten sich Reisende nicht nur auf eine Plastikkarte verlassen, denn sonst stehen sie im Ausland plötzlich ohne Zahlungsmittel da. (hi)

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