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China zwingt Google zur Kurskorrektur - Update

30.06.2010 | 11:02 Uhr |

China hat Google gezwungen, die Umleitung aller Suchanfragen aus China auf die Google-Seite von Hongkong zu beenden. Google versucht nun sich mit einem Kompromiss „durchzumogeln“. Update: Nun steht ein enger Zeitplan fest.

Update: Wie durch die Nachrichtenagentur Reuters bekannt wurde, will Google dem Druck nun innerhalb von 48 Stunden nachgeben und die automatische Weiterleitung abschalten. Eine offizielle Stellungnahme der chinesischen Regierung gab es bislang noch nicht.

Im Januar 2010 waren Google und die Volksrepublik China aneinander geraten. Google warf China vor, Google-Rechner unter Einsatz von Malware auszuspionieren . Google hat daraufhin seine Büros in China geschlossen und schließlich Ende März alle Suchanfragen, die an die chinesische Website von Google gerichtet waren, an die unzensierte Google-Seite von Hongkong Google.com.hk weitergeleitet. Das klappte technisch sehr gut, eröffnete Internetnutzern aus China die Möglichkeit zu einer freien, unzensierten Websuche und brachte Google viele Sympathien aus der ganzen Welt ein. Die chinesische Führung zeigte sich darüber allerdings sehr verärgert – und holte zum Gegenschlag aus.

China drohte Google damit, Google mit Wirkung zum 30. Juni 2010 die Geschäftslizenz zu entziehen. Damit zwang die kommunistische Führung den Suchmaschinen-Giganten jetzt in die Knie. Google gibt nach und leitet nach und nach alle aus China stammenden Suchanfragen wieder über seine chinesische Website, auf der sich allerdings jetzt ein deutlich sichtbarer Link zur Google-Seite von Hongkong befindet. Von dort aus ist nach wie vor eine unzensierte Websuche möglich (die chinesischen Sicherheitsbehörden zensieren die Internetnutzung und damit auch die Trefferlisten von Google in China).

Update: Wie durch die Nachrichtenagentur Reuters bekannt wurde, will Google dem Druck nun innerhalb von 48 Stunden nachgeben und die automatische Weiterleitung abschalten. Eine offizielle Stellungnahme der chinesischen Regierung gab es bislang noch nicht.

Google will mit seinem Einknicken sein China-Geschäft retten. Immerhin ist der boomende chinesische Markt äußerst lukrativ. Bei der Suchmaschinennutzung liegt Google in China ohnehin nicht vorn, hier dominiert die chinesische Websuche Baidu. Google hoffe nun darauf, dass seine Lizenz für das Chinageschäft von den chinesischen Behörden erneuert werde, wie David Drummond, SVP, Corporate Development and Chief Legal Officer von Google, erläutert.

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