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Gratis-3D-Browsergame "Star Trek: Infinite Space" angespielt

29.07.2011 | 14:20 Uhr |

Phaser, Picard, Photonentorpedos - "Star Trek: Infinite Space" ist nicht nur etwas für Star-Trek-Veteranen. Es ist gratis, läuft im Browser, ist durch die 3D-Engine aber dennoch grafisch sehr hochwertig.

"TlhIngan maH": Wir sind Klingonen. Moment mal, Klingonen? Google gibt es auf klingonisch , Facebook spricht klingonisch, aber mögen muss man die kriegerischen Kerle aus Star Trek ja trotzdem nicht. Wir spielen viel lieber auf Seiten der Föderation und schlüpfen vor Ort in die schwarz-rote Uniform eines Captain. Vor Ort, das heißt in Frankfurt: Wir sind zu Besuch bei den Entwicklern von Studio keen.

Die Jungs und Mädels aus Frankfurt arbeiten gerade an "Star Trek: Infinite Space" - einem sehr hübschen Browser-Game. Technisch basiert es auf der Unity-Engine und lässt Sie mit Ihrem Raumschiff durch die Galaxis gleiten. Grafisch ist das eine ganz andere Klasse als Farmville oder Travian. Trotzdem müssen Sie dafür nicht mehrere Gigabyte an Daten herunterladen: Das Browser-Plug-in wiegt nur rund 4 MB. Weitere Software brauchen Sie nicht. Das Spiel lädt nach und nach die benötigten Daten im Hintergrund herunter und speichert sie im Browser-Cache.

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Aber zurück zu unserem Captain der Föderation. Der steht gerade in der Lounge, quatscht mit anderen Spielern und macht ein paar Faxen. Auf Tastendruck kratzt er sich beispielsweise am Kinn oder teilt sich mit Hilfe anderer lustiger Gesten mit. Wir steuern ihn nur mit der Maus durch den großzügigen Raum; optional mit den Tasten W, S, A und D. Ein riesiges Fenster gibt den Blick frei auf die Sterne und Planeten vor der Raumstation.

Mit solchen Schiffen der Klasse Rewbe'yoh greifen uns die Klingonen an.
Vergrößern Mit solchen Schiffen der Klasse Rewbe'yoh greifen uns die Klingonen an.
© Star Trek: Infinite Space

Plötzlich poppt eine Einladung auf – wir nehmen an und finden uns in einer kleinen Gruppe aus drei Schiffen wieder. Zusammen verlassen wir die Station und fliegen in einen nicht näher definierten Sektor. Dort warten klingonische Schiffe auf uns: Welle um Welle heizen sie unserer kleinen Truppe mit ihren Phasern ein. Aus der Vogelperspektive lenken wir unser Schiff um die Feinde herum und durchlöchern dabei ihre Schilde. Ein Photonentorpedo gibt ihnen den Rest. Der Kampf erfordert nur wenig Eingewöhnung. Vielleicht auch deshalb, weil man Zeit hat – der schnelle Mausfinger ist nicht gefragt. Dafür eine Prise Taktik. Ein Beispiel: Ein Klingone klebt an Ihrem Heck? Nun lenken Sie Ihr Schiff entweder zu Ihren Verbündeten – sollen die sich um den Kerl kümmern – oder Sie versuchen ihm schleifenschlagend zu entkommen. Oder Sie werfen ein paar Minen aus.

Top-Freeware für Weltraum-Fans

In "Star Trek: Infinite Space" soll es aber nicht nur Schlachten-Geballer geben. Um das zu beweisen, zeigen uns die Entwickler eine Story-Mission. Diese Story-Missionen sollen sich auch für Solo-Spieler gut eignen und dem Spieler die ein oder andere Entscheidung abverlangen. In der gezeigten Mission wollen zwei Ferengi durch eine piratenverseuchte düstere Ecke des Universums zur sicheren Raumstation geleitet werden – möglichst in einem Stück.

Das Piratenpack ist kein Problem für das gut ausgebaute Schiff des geübten Entwicklers. Aber dann taucht ein Minenfeld auf. Einfach durchfliegen kann er es auch mit seinem Top-Schiff nicht. Zumal die beiden Ferengi über viel weniger Schilde verfügen. Zum Glück hat er aber einen begabten Techniker an Bord, der sich mit den Minen auskennt. Also schnell zur nahen Kontrollstation und ins System gehackt: Minen deaktiviert. Wäre kein fähiger Techniker an Bord gewesen, hätte sich der Studio-keen-Mann einen anderen Weg durchs Minenfeld suchen müssen.

"Star Trek: Infinite Space" ist Free to play (F2P), also kostenlos. Es finanziert sich durch optionale Käufe von zusätzlichen Outfits und anderen optischen Veränderungen. Für Infinte Space noch nicht bestätigt, im Genre aber üblich: Für ein paar Euro kann man außerdem den Levelaufstieg beschleunigen und so schneller in entfernte Ecken des Spiels vorstoßen. Die Entwickler von F2P-Games sind dabei stets bemüht, die Spielbalance nicht zu beeinflussen. Verständlich, schließlich sollen die nicht-zahlenden Spieler nicht verärgert davonlaufen.

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Im Gespräch mit einem Entwickler erhalten wir noch einen interessanten Einblick in deren Kampf gegen Cheater, also Schummler: Durch Manipulation des Plug-ins ist es theoretisch in jedem Browser-Game möglich, sich auf unfaire Weise Vorteile zu verschaffen. Bei "Star Trek: Infinite Space" soll aber kein Cheater rausgeworfen werden. Stattdessen wird er für andere unsichtbar und somit isoliert. Kein ehrlicher Gamer soll sich gestört fühlen. Der Schummler darf weiterspielen. Für den geplanten PvP-Modus (siehe unten) überlegen sich die Entwickler noch eine Anti-Cheat-Lösung.

Screenshot mit vorläufigem Interface.
Vergrößern Screenshot mit vorläufigem Interface.

Apropos PvP: Das Kürzel steht für Player versus Player und bezeichnet den Kampf der Spieler untereinander – oft in abgetrennten Arealen. Der in Online-Games beliebte Modus wird es vielleicht nicht mehr zum Starttermin schaffen. Studio keen verzichte bewusst auf einige Features, um ein rundes Spiel mit möglichst wenigen Fehlern abzuliefern. Bei Veröffentlichung eines Browser-Games sind normalerweise erst 20 Prozent der Entwicklung abgeschlossen – die restlichen 80 Prozent folgen nach und nach als zusätzliche Features, rechnet PR-Sprecher Gunnar Lott vor.

Auf die Frage, wann "Star Trek: Infinite Space" erscheinen wird, antwortet er etwas vage: Noch dieses Jahr. Auf der Gamescom soll es mehr zu sehen geben, verspricht Lott zum Abschied. Wir sind vor allem gespannt auf die Story-Missionen und ob Infinite Space für genügend Langzeit-Motivation sorgen wird, wenn das Aha-Gefühl ob der tollen Grafik abgeklungen ist. "'etlh QorghHa'lu'chugh' ragh 'etlh nIvqu' 'ej jejHa'choH", wie die Klingonen sagen: Selbst die beste Klinge wird rostig und stumpf, wenn sie nicht gepflegt wird.

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