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Anonym bei Google suchen

05.05.2010 | 16:45 Uhr |

Ein neuer, kostenloser Dienst verspricht, Ihre Google-Suchanfragen so zu anonymisieren, dass Google sie nicht sinnvoll miteinander verknüpfen und somit kein Profil über ihre Nutzungsgewohnheiten anlegen kann.

GoogleSharing ist ein Dienst für Anwender, die verhindern möchten, dass Google ihre Suchergebnisse miteianander verknüpft oder sie möglicherweise sogar beim Login in Google Mail ihrem Namen und Ihren Mails zuordnet.

Denn Google speichert alle Ihre Suchanfragen inklusive Ihrer jeweiligen IP-Adresse sowie weiteren Details, die der Browser automatisch übermittelt. Außerdem erkennt Sie die Suchmaschine an einer eindeutigen Kennung wieder, die bei Ihrem ersten Google-Besuch als Cookie abgelegt wurde und die zwei Jahre lang gültig ist - damit und noch mit einigen anderen Sammelleidenschaften hat sich Google im Laufe der Jahre seinen Ruf als Datenkrake erarbeitet .

Hinter GoogleSharing verbirgt sich ein Proxy-Server speziell für Google-Anfragen, der Ihre Suchanfragen entgegen nimmt, sie anonymisiert und die Ergebnisse an Sie zurück liefert. Das ganze funktioniert so schnell und transparent, dass Sie davon nichts merken. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Die Suchanfragen werden zwischen Ihnen und dem Proxy-Server verschlüsselt. Datenschnüffler in Ihrem Netzwerk haben so kaum eine Chance.

Um GoogleSharing zu nutzen, installieren Sie die gleichnamige, kostenlose Firefox-Erweiterung . Nach einem Firefox-Neustart finden Sie in der Browser-Statusleiste den Hinweis „Google Sharing Enabled“ (Google Sharing eingeschaltet), den Sie mit der rechten Maustaste anklicken und „Options“ wählen. Im folgenden Fenster markieren Sie den ersten und einzigen Eintrag in der Proxy-Liste, klicken auf „Edit Proxy“ und wählen „German“ als „Google Interface Language“ aus. Außerdem können Sie hier den Proxy von bestimmten Google-Diensten ausnehmen, zum Beispiel „Maps“, „News“ und „Images“. Google Mail ist hier nicht aufgeführt, da es ohnehin nicht über den Proxy geleitet wird.

Wichtig ist, dass Sie Google fortan nicht über Google.de, Google.ch oder eine andere länderspezifische Domain aufrufen, da diese nicht über den Proxy laufen. Nutzen Sie stattdessen immer www.google.com. Durch die Spracheinstellung im vorherigen Schritt landen Sie trotzdem auf der deutschen Seite. Dass Ihre Suchanfragen tatsächlich über den Proxy geleitet werden, sehen Sie daran, dass währenddessen der Schriftzug „Google Sharing Enabled“ in der Browser-Statusleiste kurz hellgrün aufblinkt.

GoogleSharing ist ein Projekt des amerikanischen Sicherheitsexperten Moxie Marlinspike, der schon zahlreiche gefährliche Sicherheitslücken in Internet-Software aufgedeckt hat. Die Frage, wieso man seinem Google-Proxy Vertrauen schenken sollte, beantwortet er auf seiner Website mit seinem guten Ruf, den er zu verlieren hätte.

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