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Kopierschutz für Musik-CDs gescheitert

Der Kopierschutz "Cactus Data Shield", mit dem BMG Entertain

Der Kopierschutz "Cactus Data Shield", mit dem BMG Entertainment seit ein paar Tagen eine CD ausliefert, ist vorerst gescheitert. Ab nächster Woche wird die CD der Band "HIM" ohne den Schutz geliefert. Grund: Auf vielen CD-Playern laufen die geschützten CDs nicht.

Neben der CD "My Private War" von Philip Boa, deren Auslieferung in Kürze bevorsteht, sollte die HIM-CD das erste Album sein, das nicht auf CD-Laufwerken am PC ausgelesen werden kann. Damit wird auch das einfache Erstellen von MP3-Dateien unmöglich.

Das Verfahren "Cactus Data Shield" stammt von der israelischen Firma Midbar und dem CD-Hersteller Sonopress. Es basiert unter anderem auf einem manipulierten Inhaltsverzeichnis der CD. Mit den meisten Hard- und Software-Kombinationen ist ein Kopieren der CD am PC nicht möglich. Auch das reine Abspielen der CD auf einem PC klappt nur 28 Sekunden lang.

Eine Kopie über den Digitalausgang eines CD-Players auf einen HiFi-CD-Recorder, ein MiniDisc-Deck oder DAT-Recorder ist jedoch möglich. BMG erklärte außerdem, dass die HiFi-CD-Kopierer von Philips mit zwei Laufwerken den Cactus Data Shield ignorieren.

Diesem schwachen Schutz stehen Kompatibilitätsprobleme mit Audio-CD-Playern gegenüber. Von nicht erkannten CDs bis zum Abbrechen nach 28 Sekunden reichen die Problemberichte. Laut BMG ist die Rücklaufquote der HIM-CD in den Geschäften übermäßig hoch, sodass die nächste Auflage in der kommenden Woche ohne Schutz verkauft wird. Die Kunden könnten die CD dann umtauschen, teilte BMG mit. Aufgeben will man das Verfahren jedoch nicht, sondern "weiterhin perfektionieren".

Audio CDs mit Kopierschutz (PC-WELT Online, 26.01.2000)

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