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Kooperiert AOL mit T-Online?

13.12.2000 | 11:54 Uhr |

Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hat gestern gemeldet, dass AOL gemeinsam mit T-Online günstige Internetpauschaltarife bei der Telekom für alle Wettbewerber durchsetzen will. Doch bei T-Online weiß man davon nichts.

Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hat gestern gemeldet, dass AOL gemeinsam mit T-Online günstige Internetpauschaltarife bei der Telekom für alle Wettbewerber durchsetzen will. Doch bei T-Online weiß man davon nichts.

In einem Schreiben an den künftigen Vorstandsvorsitzenden von T-Online, Thomas Holtrop, forderte demnach AOL-Chef Uwe Heddendorp einen monatlichen Pauschaltarif für das Surfen im Internet von unter 50 Mark. Dies wurde von AOL auf Anfrage bestätigt.

Die Kooperationsabsichten scheinen aber eine recht einseitige Maßnahme von AOL zu sein. Denn T-Online dementierte entschieden. "Wir haben überhaupt keine gemeinsamen Ziele mit AOL", meinte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek zu dem Bericht. Auch sei bei Holtrop kein Brief von Heddendorp eingegangen. Der AOL-Chef habe offenbar den Sinn für die Realitäten verloren. Die Preise im Internetbereich spielten überhaupt keine große Rolle. Das Haupthindernis bei der Durchsetzung des Internets seien vielmehr die Gerätekosten.

Wie "Capital" weiter berichtete, soll sich Holtrop bei seinem Aufsichtsratschef und Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, Ron Sommer, für entsprechend niedrige Pauschal-Preise einsetzen. Bei einem Endkundenpreis von 50 Mark müsste die Telekom laut "Capital" für den Internetzugang ihren Wettbewerbern eine Pauschale von rund 20 Mark pro Monat gewähren.

Bislang zahlen die Internetanbieter knapp zwei Pfennig pro Minute. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte die Telekom vor wenigen Wochen angewiesen, den Onlinediensten ab Februar 2001 eine so genannte Großhandelspauschale anzubieten. Die Telekom befürchtet dagegen eine Überlastung ihrer Netze durch Dauersurfer und eine Verlagerung des wirtschaftlichen Risikos auf den Netzbetreiber.

Telekom-Chef Ron Sommer deutete unlängst allerdings an, dass das Unternehmen mit Internetpauschaltarifen nach dem britischen Friaco-Modell leben könne. Sie sieht Pauschaltarife beim Internetzugang auf der Basis von angemieteten Kapazitäten vor. Damit würde künftig nicht mehr nach Minuten, sondern nach einem Festpreis abgerechnet und das Surfen im Internet für die Endkunden attraktiver gemacht. (PC-WELT, 13.12.2000, dpa/ hc)

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