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Kontakt zu Kometen-Sonde Philae abgebrochen

21.07.2015 | 15:44 Uhr |

Die im November 2014 spektakulär auf einem Kometen gelandete Sonde Philae schweigt seit Tagen. Die Wissenschaftler führen fieberhaft Tests durch.

Im November 2014 schrieb die europäische Weltraumorganisation ESA Geschichte, als ihre Sonde Philae als erste überhaupt auf einem Kometen gelandet ist. Philae selbst verfügt über keinen Antrieb (die Sonde Rosetta übernahm den zehn Jahre langen Flug zum Kometen, wo sie Philae quasi absetzte) und machte sich die Schwerkraft des Kometen zu nutze, um auf ihm zu landen. Nach der Landung führte Philae noch wie geplant einige Experimente durch und sendete die Daten zur Erde. Doch bald danach kehrte Stille ein: für sieben lange Monate. Das Problem damals: Die Landestelle war nicht exakt die ausgesuchte, was die Solarsegel von Philae mit weniger Sonnenlicht versorgte als geplant. In der Folge machte Philae ein Winter-Schläfchen. Mittlerweile ist der Komet namens Tschuri (offiziell: 67P/Churyumov-Gerasimenko ) aber wieder näher an die Sonne gerückt und die kleine Sonde hat genug Strom.

Philae schweigt wieder

Doch aktuell schweigt Philae wieder und sendet nur sehr selten zu überraschenden Zeitpunkten einige Daten - und das schon seit dem 9. Juli. Das Team von ESA ist ratlos und versucht mit allen Tricks und Kniffen den Kontakt herzustellen. Dafür testen die Wissenschaftler eigens an einem baugleichen Modell auf der Erde diverse Kommandos. Eine mögliche Erklärung für das Schweigen haben die Wissenschaftler schon. Der Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec erklärt: "Wir haben in den bisher empfangenen Daten auch Anzeichen dafür, dass Philae sich bewegt haben könnte und seine Antenne dadurch womöglich mehr verdeckt oder anders ausgerichtet ist." Philae könnte durch Gasaustöße des erwachenden Kometen seine Position verändert haben und in der Folge könnte seine Antenne stärker durch Objekte verdeckt sein, als berrechnet. Das wiederum würde die Kommunikation erschweren.

Die Begleitsonde Rosetta - von ESA auch Orbiter genannt, weil sie in nicht ganz 200 km Entfernung um den Kometen fliegt - soll noch bis zum 24. Juli 2015 ihre Flugbahn nach den Anforderungen von Philae ausrichten - damit die Kommunikation über Rosetta zur Erde optimal klappt. Danach soll Rosetta auf eigene Faust den Kometen erforschen und dazu dessen südliche Hemisphäre ansteuern. Aufgeben will man Philae keineswegs, da die Sonde offenbar immer noch funktionstüchtig ist.

Das Thema Raumfahrt ist seit Philae wieder in aller Munde. Dazu trägt auch seit kurzem die NASA mit Fotos von Pluto und der Erde bei.

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