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Konsumenten scheuen kopiergeschützte Musik-CDs

28.10.2002 | 09:58 Uhr |

Im Zuge der Raubkopier-Problematik denken immer mehr Musikverlage darüber nach, ihre CDs mit einem Kopierschutz zu versehen, sodass diese nur im CD-Player, aber nicht mehr im Autoradio oder PC funktionieren. Eine Studie warnt die Unternehmen vor diesem Schritt und prognostiziert sinkende Umsätze.

Im Zuge der Raubkopier-Problematik denken immer mehr Musikverlage darüber nach, ihre CDs mit einem Kopierschutz zu versehen, sodass diese nur im CD-Player, aber nicht mehr im Autoradio oder PC funktionieren. Das Marktforschungsunternehmen GartnerG2 hat in diesem Zusammenhang eine Untersuchung durchgeführt und warnt Unternehmen vor derartigen Techniken.

Demnach waren 77 Prozent der Befragten der Ansicht, dass es erlaubt sein muss, Kopien zum Einsatz in anderen Audiogeräten anfertigen zu können. 60 Prozent wiederum möchten Kopien an Familienmitglieder weitergeben dürfen. Und immerhin 82 Prozent wollen Sicherheitskopien ihrer CDs anfertigen (Mehrfachantworten waren erlaubt).

Die Musikindustrie möchte mit dem Einsatz von Kopierschutztechniken stärkere Kontrolle über ihre Inhalte ausüben. Tauschbörsen à la Kazaa soll somit das Wasser abgegraben und CD-Verkäufe angekurbelt werden. Allerdings halten die Konsumenten der Studie zufolge dies nicht für den richtigen Weg.

So schränken geschützte CDs zum Teil die Freiheiten des legalen Nutzers ein. Manche Titel laufen nur im CD-Player, nicht aber im Autoradio oder PC. Zudem fertigen viele Anwender Kopien für unterwegs an, um nicht Hunderte von Euro im Auto herumliegen zu haben. Gartner zufolge führen diese Einschränkungen auf Seiten des Kunden zu Frustration und schließlich zu einem eingeschränkten Kaufverhalten.

Sollten die Unternehmen jedoch ihre CDs schützen, wären 74 Prozent der Teilnehmer dar Ansicht, dass deutliche Warnhinweise auf den Produkten angebracht werden müssen.

Die Umfrage wurde im Juli 2002 in den USA durchgeführt, GartnerG2 befragte hierzu 1005 Erwachsene und 1009 Teenager zwischen 13 und 17 Jahren.

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