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PlayStation 3 in Japan erstmals vor Nintendos Wii

13.04.2009 | 14:45 Uhr |

Der Konsolenhersteller Nintendo galt mit seinem Erfolgsprodukt Wii lange Zeit als unangefochtener Marktführer in Japan. Die jüngsten Zahlen des Marktforschungsunternehmens Enterbrain zeigen jedoch, dass der Unterhaltungskonzern im März mit rückläufigen Absatzzahlen seines "Liebkindes" zu kämpfen hatte. Demnach wanderten in den ersten fünf Wochen bis zum 29. März 99.335 Exemplare der Wii-Spielkonsole über japanische Ladentische. Konkurrent Sony kommt mit seiner Playstation 3 im selben Zeitraum auf 146.948 verkaufte Geräte und hat somit erstmals Nintendo an der Spitze der Konsolen-Verkaufscharts abgelöst. "Am europäischen Markt ist von einem derartigen Einbruch noch nichts zu bemerken. Im Gegenteil, wir rechnen für das erste Quartal 2009 in Europa bei der Wii mit einem Umsatzanstieg im zweistelligen Prozentbereich", stellt Gerald Kossaer, Marketingleiter von Nintendo Österreich, gegenüber pressetext fest.

Auch Enterbrain bestätigt, dass der Einbruch bei den Wii-Verkäufen gegenwärtig lediglich ein Effekt sei, der in erster Linie auf den asiatischen Raum beschränkt sei. In Europa und den USA liege der Absatz der Nintendo-Konsole weiterhin deutlich vor der PS3. "Die Absatzentwicklung muss im Kontext der spezifischen Bedingungen des jeweiligen Marktes gesehen werden. Diese sind in Asien, Europa und den USA sehr unterschiedlich. Die rückläufigen Zahlen aus Japan bereiten uns deshalb keine besonders großen Sorgen", betont Kossaer und verweist darauf, dass Nintendo mit der Wii erst kürzlich die magische Marke von weltweit 50 Mio. verkauften Einheiten geknackt habe. Bestätigt wird diese Einschätzung laut einem Bericht der Financial Times Deutschland auch von aktuellen Zahlen aus den USA, denen zufolge sich die Wii im Februar rund dreimal so gut verkauft hat wie die PS3. Die FTD weist darauf hin, dass die Nintendo-Konsole mit insgesamt knapp acht Mio. verkauften Exemplaren in Japan immer noch deutlich vor der Sony-Konkurrenz liege, die es bislang nur auf rund drei Mio. verkaufte Exemplare geschafft habe.

Für die momentane Entwicklung am japanischen Markt seien Enterbrain zufolge mehrere verschiedene Faktoren ausschlaggebend. Einerseits sei die Nachfrage nach Spielkonsolen in den ersten paar Monaten des Jahres traditionell schwächer als zu einem späteren Zeitpunkt und durch die derzeitige Wirtschaftskrise und einen damit zusammenhängenden Rückgang in der Investitionsbereitschaft der Konsumenten geprägt. Andererseits vermuten die Marktforscher, dass Nintendo in Japan aber auch mit der allgemeinen Marktsättigung zu kämpfen hat. Die Wii habe sich in der Vergangenheit derart gut verkauft, dass nun nicht mehr genügend Kunden zur Verfügung stünden, um das bisherige Absatzniveau halten zu können, so die Erklärung der Enterbrain-Experten. Ein wesentlicher Aspekt in diesem Zusammenhang sei aber sicherlich auch das aktuelle Spieleangebot. So würden einige beliebte neue Titel wie "Resident Evil 5" erst gar nicht für die Wii angeboten, was der Konkurrenz einen entscheidenden Vorteil verschaffe. (pte)

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