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Konkurrenz durch AMD: Intel plant Sanierungsschritte

Mit einem Geschäftsumbau will der weltgrößte Mikroprozessoren-Hersteller Intel verlorene Marktanteile zurückerobern und dem Margendruck trotzen. Bis Ende Juni plane der Chipbauer zudem, überschüssige Lagerbestände zu beseitigen, teilte Intel am Donnerstagabend bei einem Treffen mit Finanzanalysten in New York mit.

Intel hat in der vergangenen Zeit die Konkurrenz des Branchenzweiten AMD zu spüren bekommen. Im vergangenen Quartal war der Intel-Gewinn auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren eingebrochen. Zudem hatte Intel jüngst die Prognosen für das Gesamtjahr gekappt.

Intel-Chef Paul Otellini sagte, bis zum Sommer sollten alle Geschäftsbereiche unter die Lupe genommen werden. Branchenexperten schließen den Verkauf schlecht laufender Geschäftsteile oder weitere Kostensenkungen nicht aus. Intel will in diesem Jahr seine Ausgaben um eine Milliarde Dollar senken.

Otellini hielt sich bedeckt, was Details angeht. Ziel sei es, den Chipbauer umzustrukturieren, um sich fit für das veränderte Marktumfeld zu machen. Mehr Details werde Intel bei Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartals im Herbst nennen.

Intel verzeichnete im Ende März abgelaufenen Quartal Lagerbestände im Wert von 3,55 Milliarden Dollar. Dies ist das höchste Niveau seit dem Platzen der Internetblase. Die hohen Lagerbestände dürften Gewinn und Umsatz im laufenden zweiten Quartal belasten. Intel hat die Produktion neuer Chips für Netzwerkrechner (Server), Arbeitsplatz-Computer (Desktop PC) und tragbare Computer hochgefahren. Dies trieb die Lagerbestände nach oben.

Im Juni will Intel seinen neuen Server-Chip namens "Woodcrest" auf den Markt bringen und so dem Konkurrenten AMD trotzen. AMD hat Intel im vergangenen Jahr vor allem im Servermarkt Marktanteile abgenommen. Im ersten Quartal 2006 stieg AMDs Marktanteil bei Auslieferungen auf 22,1 Prozent verglichen mit 16,4 Prozent Ende des vorigen Jahres, wie die Experten von Mercury Research ausgerechnet haben.

Intel-Vertriebsmanager Anand Chandrasekher gab sich dennoch optimistisch. Der US-Internetdienstleister Yahoo! entwickle Server-basierte Systeme mit Intel-Prozessoren und erwäge, den neuen Woodcrest-Chip zu kaufen. "Das ist ein weiterer Grund, warum ich zuversichtlich bin, dass wir Marktanteile zurückgewinnen werden", sagte Chandrasekher. Intel habe 2005 einen "unangemessenen Fahrplan" bei Servern gehabt, gestand der Manager ein. Der Branchenprimus habe die Stärke des Verbraucher -Einzelhandelsgeschäfts in der Ferienzeit unterschätzt.

Intel hat seit 2005 bei Anlegern Vertrauen eingebüßt. Seit Anfang des laufenden Jahres hat die Aktie etwa 22 Prozent ihres Wertes verloren.

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