138488

Konfusion: Welche Vista-Version kann hochauflösende Filme abspielen?

25.08.2006 | 12:11 Uhr |

Konfusion herrscht nach einer Äußerung eines hochrangigen Microsoft-Mitarbeiters darüber, auf welchen Vista-Systemen hochauflösende Inhalte von HD-DVDs und Blu-Rays abgespielt werden könnte. Der Mitarbeiter hatte gesagt, dass sie grundsätzlich nicht unter Windows Vista x32 abspielbar sein werden. Kurze Zeit später wurde die Aussage wieder relativiert.

Für Verwirrung hat eine Äußerung des Microsoft Senior Program Managers Steve Riley auf der Tech.Ed 2006 in Sydney gesorgt. Bei der Präsentation der Sicherheitsfunktionen von Windows Vista erklärte Riley überraschend, dass die 32-Bit-Fassung von Windows Vista nicht in der Lage sein werde, hochauflösende Filme über HD-DVD oder Blu-Ray wiederzugeben.

Die australische Newssite APC, die zu 50 Prozent auch Microsoft gehört, griff diese Äußerung auf und veröffentlichte darüber eine Nachricht, mit der Schlagzeile , Microsoft habe ein weiteres Feature in Vista gestrichen. Die Website zitierte Riley mit den Worten: "Jeder next-generation High-End-Definition-Inhalt wird nicht auf x32 abspielbar sein."

Der Hintergrund laut Riley: Nur bei der 64-Bit-Fassung von Windows Vista sind signierte Treiber Pflicht. Daher habe die Unterhaltungsindustrie gegenüber Microsoft erklärt, dass sie es nicht wünscht, dass hochauflösender Inhalt auf x32-Systemen läuft, weil unsignierte Malware im Kernel-Modus laufen könnte, die den eingebauten Schutz der HD-Inhalte aushebeln könnte. Ohnehin sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Großteil der Anwender ein 64-Bit-System einsetzen würden.

So weit so gut. Allerdings besteht Klärungsbedarf, denn die Aussage, dass hochauflösende Filme generell nicht auf 32-Bit-Systemen abspielbar sein werden, stimmt nicht, auch wenn sie von einem hochrangigen Microsoft-Mitarbeiter stammt. Darauf verweist das Windows-Vista-Team in seinem Blog als Reaktion auf den Bericht von APC.

Das Vista-Team betont, dass Microsoft keinerlei Einfluss darauf habe, welche hochauflösenden Inhalte auf welchem System abgespielt werden können. Das sei allein die Entscheidung des Anbieters eines HD-DVD- oder Blu-Ray-Films. Dieser könne detailliert festlegen, auf welchen Umgebungen seine Inhalte ablaufen dürfen. So könne der Anbieter beispielsweise die 32-Bit-Systeme ausschließen, wenn er das so will oder er legt fest, dass die Inhalte nur abgespielt werden können, wenn das System ein vorgegebene Leistung für die Wiedergabe besitzt. Denkbar ist auch, dass der Anbieter das Abspielen der Inhalte nicht wünscht, wenn auf dem System unsignierte Treiber laufen. Es wurde nichts aus Windows Vista herausgenommen", betont das Vista-Team.

APC hat mittlerweile auf den Blog-Eintrag reagiert und erklärt, dass das Vista-Team die Aussagen von Riley anders zusammenfasse, der Kern allerdings derselbe sei.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Es wird/kann HD-Filme geben, die auch unter Windows Vista x32 abspielbar sein werden. Wie viele, das wird die Unterhaltungsindustrie entscheiden. Rileys Äußerung könnte so gedeutet werden, dass er bereits weiß, dass die Unterhaltungsindustrie eher keine Filme für Vista-Systeme ohne signierte Treiber freigeben wird. Seine Formulierung dieser Äußerung klang allerdings so, als sei Microsoft schuld. Im Blog des Vista-Teams wird der schwarze Peter an die Unterhaltungsindustrie weitergereicht.

Die Kurzantwort auf die Frage in der Überschrift lautet damit: Theoretisch alle Versionen. Die lange Antwort: Es kommt drauf an...

0 Kommentare zu diesem Artikel
138488