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Kommt Powerline noch diese Jahr?

20.03.2001 | 12:05 Uhr |

Immer wenn die CeBIT naht, melden sich die Energiekonzerne zu Wort: Nachdem RWE, E.ON & Co schon in den Vorjahren vollmundig das Internet aus der Steckdose ankündigten, kommen sie in diesem Jahr ihren Plänen offenbar näher.

Immer wenn die CeBIT naht, melden sich die Energiekonzerne zu Wort: Nachdem RWE, E.ON & Co schon in den Vorjahren vollmundig das Internet aus der Steckdose ankündigten, kommen sie in diesem Jahr ihren Plänen offenbar näher.

Die so genannte Powerline-Technik soll nach dem Willen des größten deutschen Energieversorgers RWE schon nach der CeBIT die Kunden erfreuen. Kommt die Technik bei den Verbrauchern an, würde der Internetzugang über das Stromnetz zu einer Alternative für das herkömmliche Telefonnetz der Deutschen Telekom.

Denn nicht nur RWE, auch andere Energieversorger arbeitenfieberhaft an Powerline. Die E.ON-Tochterfirma Oneline aus Barleben in Sachsen-Anhalt will demnächst Telekommunikationsdienste über das Stromnetz anbieten. Darüber hinaus arbeiten die Mannheimer Energieversorger und die EnBW in Baden-Württemberg an der Powerline-Technik.

Noch in diesem Sommer will EnBW den ersten Schritt zur Markteinführung machen. Und das auch ohne ihren bisherigen Kooperationspartner Siemens. Die Münchner hatten nämlich am Montag überraschend ihren Rückzug aus der Powerline-Technik angekündigt. Die Rahmenbedingungen seien bislang zu ungewiss, begründete das Unternehmen den Schritt.

Der große Vorteil der Technik liegt darin, dass die Infrastruktur praktisch komplett vorhanden ist: Wie Telefonnetze führen Stromleitungen in jeden Haushalt. Erforderlich sind lediglich zusätzliche Installationen im Keller und ein Modem in der Wohnung, das den Computer mit der Steckdose verbindet. Und fertig ist der Turbo-Anschluss zum Internet: Mit zwei Megabit pro Sekunde, das ist 35-fache ISDN-Geschwindigkeit, kann der Kunde durchs Netz surfen.

Doch Powerline hat auch Nachteile, die die Verzögerungen zum Teil erklären: Im Gegensatz zu anderen Zugangstechniken (Telefonnetz, TV-Kabel, drahtloser Funk) auf der letzten Meile zum Kunden, können bei Powerline durch Abstrahlungen vor allem Funkdienste gestört werden. Je länger die Strecke zwischen Hausanschluss und Verteiler oder dem Anschlusspunkt zum Telefon-Backbone-Netz, umso höher müssen die Signalverstärker sein, umso höher werden aber auch die Abstrahlungen. Hierzu hat das Bundeswirtschaftsministerium Grenzwerte (NB 30) festgelegt, die Ende März im Bundesrat verabschiedet werden sollen.

RWE will die Powerline-Technik keineswegs nur auf Datenverkehr und Internet beschränken. 2002 werde die Telefonie hinzukommen, sagt ein Sprecher. "Wir können so den Telekom-Anschluss komplett ersetzen". (PC-WELT, 20.03.2001, dpa/ ml)

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