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Wenn die Vista-Installation künftig viel länger dauert...

26.02.2008 | 16:21 Uhr |

... ist das SP1 schuld. Mit einem Schlag verdoppelt das Service Pack 1 für Windows Vista die Installationszeit des Betriebssystems. Im Vergleich zu XP eher ein Rückschritt als ein Fortschritt.

Ich persönlich freue mich ja über das Service Pack 1 für Windows Vista: Nach nur einem Jahr wird dem Betriebssystem eine Erfrischungskur spendiert, der Kernel an dem von Windows Server 2008 angeglichen und das Betriebssystem wird auf neue Hardware-Technologien vorbereitet, die zwar heute noch nicht so weit verbreitet sind, aber sicherlich in Zukunft eine Rolle spielen werden. Details zu den Änderungen und Neuerungen des SP1 für Windows Vista hatte ich ja schon in diesem Artikel mal erläutert .

Was ich ja an Vista unter anderem so mag ist, wie flott und unkompliziert es sich installieren lässt. Das wird sich demnächst ändern.

Am Dienstag hatte Microsoft Journalisten nach München geladen, um im kleinen Kreis die Neuerungen und Verbesserungen vorzustellen, die das SP1 mit sich bringen wird. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um das Thema Slipstream anzusprechen. Seitens Microsoft wurde auf die Frage geantwortet, dass dies für das SP1 noch nicht vorgesehen ist, aber über das SP2 realisiert werden wird.

Der Grund: Damit sich das SP1 auf Windows Vista installieren lässt, müssen zunächst zwei wichtige Updates installiert werden: KB938371 und KB937287 . Nur wenn diese Updates vorliegen, lässt sich also auch das SP1 installieren. Genau diese Updates, eins davon aktualisiert den "Servicing Stack", sind schuld daran, so Microsoft, warum sich nicht eine Slipstream-DVD erstellen lässt. Der Argumentation folgend, wundere ich mich zwar, wie man das Problem bei Vista SP2 lösen will, aber nun gut.

Eigentlich schade, denn mit der flotten Neuinstallation von Windows Vista ist es künftig vorbei. Dafür können Sie künftig locker über eine Stunde einplanen. Erst 20 bis 30 Minuten für Vista, dann nochmal 30 bis 40 Minuten für SP1. Die Zeit für das Herunterladen des SP1 ist da noch nicht mal mitgerechnet.

Der Witz: Gäbe es Installationsmedium von Windows Vista mit integriertem SP1, dann würde die Installation des Betriebssystems weiterhin im Eiltempo über die Bühne gehen. Die Installation würde dann nämlich nicht länger dauern, als die von Windows Vista ohne SP1. Aber ein solches Installationsmedium bietet Microsoft nur MSDN-Abonennten an und OEM-Hersteller werden es ihren PCs beiliegen.

Für Profis gibt´s immerhin einen Umweg: Sie können über das frisch aktualisierte Windows AIK selbst eine Installations-DVD von Windows Vista inklusive SP1 erstellen. Dies ist allerdings mit enormen Aufwand verbunden. Allein der Download von AIK beträgt 1,2 GB. Eine Anleitung folgt demnächst.

Microsoft könnte das Dilemma meiner Meinung nach ganz einfach lösen: Käufern von Windows Vista müsste dazu einfach eine Installations-DVD im ISO-Format von Windows Vista inklusive SP1 zum Download angeboten werden....

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