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Kommentar: Gewaltspiele - Wenn das ZDF Amok läuft (Update)

10.11.2004 | 12:15 Uhr |

Gestern beim Zappen: Hängen geblieben bei einem Bericht über brutale Videospiele, Kopfschütteln, Ärgern und wutentbrannt die Flimmerkiste ausgeschaltet. Wenn Klischees aus der Mottenkiste geholt werden und Vorurteile zur besten Sendezeit über den Äther gehen, kann einem schon mal die Hutschnur reißen.

Update 13:15 Uhr: Das ZDF bietet mittlerweile den Frontal 21-Beitrag auf dieser Seite als Video an. (/Update)

Leider sehen sich Fans von Computerspielen immer wieder diversen Vorurteilen ausgesetzt. Das verbreitetste: Spieler verblöden und werden mit der Zeit zu mordlüsternen Kampfmaschinen, die nur darauf warten, unschuldige Personen um die Ecke zu bringen. Verstärkt werden solche Vorurteile auch durch Berichte im Fernsehen, wie im gestrigen Beitrag in Frontal 21 beim ZDF. Ummantelt von der schützenden Headline "Videogemetzel im Kinderzimmer" wird wieder einmal offensiv und vor allem einseitig gegen das Hobby von Millionen Deutschen berichtet.

Dem Bericht zufolge, der in einer kürzeren Form auch online erschienen ist, kommen immer brutalere Spiele in den Handel. Im Zentrum stehen dabei "menschenverachtende" Titel wie "Doom 3", "GTA", Resident Evil" oder "Mortal Kombat: Deadly Alliance".

Keine Frage, diese Spiele sind brutal und gehören nicht in Kinderhände. Aus diesem Grund wurde auch im Zuge des schrecklichen Amoklaufs in Erfurt ein neues Gesetz verabschiedet, das jugendliche Spieler besser schützen soll. Demnach müssen alle im Handel erhältlichen Spiele der USK zur Prüfung vorgelegt werden. Die darauf erfolgende Altersfreigabe ist bindend, das bedeutet, das ein Titel, der "ab 18" eingestuft wurde, nicht nachträglich indiziert werden darf. Wird ein Spiel nicht zur Prüfung vorgelegt, wird es automatisch als "nicht jugendfrei" eingestuft und darf weder beworben noch offen im Handel ausgelegt werden.

Dennoch geraten Titel, die für Erwachsene freigegeben sind, in die Hände von Jugendlichen. Und genau an diesem Punkt setzt der Frontal-Bericht an.

Wörtlich heißt es: "Wir schauen Jugendlichen beim Spielen (von Doom 3, Anm. d. Red.) zu: 'Schieß ihm in die Birne', sagt einer. Ein anderer meint: 'Das Spiel ist realistischer beim Lebensverlust. Wenn man zum Beispiel mit einem Schraubenschlüssel geschlagen wird, sieht man richtig wie das Blut spritzt.' Wieder ein anderer sagt: 'Es ist brutaler als bei den anderen Spielen.'"

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