01.04.2011, 09:24

Hans-Christian Dirscherl

Kleinkrieg am Arbeitsplatz

Monster-Umfrage: Mobbing ist allgegenwärtig

Die Stellen-Börse Monster hat die wenig erfreulichen Ergebnisse einer Online-Umfrage zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz veröffentlicht.
Demnach wurden 75 Prozent schon einmal Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz. Immerhin 15 Prozent der Umfrageteilnehmer waren zwar nicht direkt betroffen, wissen aber von Mobbingfällen gegenüber Kollegen in ihrem Unternehmen. Nur zehn Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass sie das Arbeitsklima in ihrem Unternehmen rundum angenehm finden.
 
Die Ergebnisse der Monster-Umfrage auf einen Blick:
 
Ist Mobbing ein Thema in Ihrem beruflichen Umfeld?
 
Nein, wir haben ein angenehmes Arbeitsklima bei uns im Unternehmen: 10% (79 Teilnehmer)
Ja, ich war zwar nicht betroffen, aber vereinzelt wurden bei uns schon Mitarbeiter gemobbt: 15% (121)
Ja, ich war sogar schon selbst betroffen: 75% (600)

1015 Arbeitnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben vom 21. Februar bis zum 6. März 2011 an der Online-Umfrage teilgenommen.
 
Typische Mobbinghandlungen sind das Verbreiten von Gerüchten, eine grundsätzlich schlechte Bewertung der Arbeitsleistung, sinnlose Aufgaben oder ständige Sticheleien und Kritik. Die Folgen für die Opfer können von Depressionszuständen, Schlaf- und Essstörungen bis hin zu Muskelerkrankungen reichen. Dabei kann man aber nicht in jedem Fall von Ärger mit Kollegen auch von Mobbing am Arbeitsplatz sprechen. Oftmals wird nicht klar zwischen Mobbing und alltäglichen Konflikten unterschieden - daraus erklärt sich auch die auffällig hohe Zahl Mobbingbetroffener in der Monster-Umfrage.
 
„Die Rechtsprechung prüft hier sehr genau, ob wirklich Mobbing vorliegt. Ist dies der Fall, können den Arbeitgeber Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche treffen, wenn er seine Mitarbeiter nicht entsprechend schützt“, so Urs Peter Janetz, Fachanwalt für Arbeitsrecht. „Liegt hingegen kein Mobbing vor, sondern ein alltäglicher Konflikt und kündigt der betroffene Arbeitnehmer, kann dies zu einer (längeren) Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen, da kein Grund für eine Kündigung gegeben ist. Der „Mobber“ wiederum muss mit Versetzung, Abmahnung oder gar (fristloser) Kündigung rechnen.“
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