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Universitäten kämpfen gegen Plagiate auf Facebook

05.11.2008 | 11:15 Uhr |

Die britischen Universitäten wollen ihre Richtlinien zum Thema Plagiate überarbeiten. Denn offenbar nutzen zunehmend mehr Studenten soziale Netzwerke wie Facebook, um untereinander abzuschreiben und betrügen bei ihren Seminar- und Facharbeiten.

Experten warnen die Universitäten davor, die Problematik zu unterschätzen. Laut einer aktuellen Umfrage unter Studierenden der Cambridge University betrügt jeder zweite bei der Abgabe von schriftlichen Arbeiten. Die Online-Vernetzung scheint den Trend zu fördern und den Austausch von Plagiaten zu erleichtern, berichtet der Guardian.

Gill Rowell vom Beratungsunternehmen Plagiarism Advice empfiehlt den Unis, ihre Plagiatsrichtlinien in Bezug auf das Internet nachzubessern. Insgesamt würden die Institute das Thema zwar ernst nehmen, der Einfluss von Online-Plattformen sei aber bisher zu wenig bedacht worden. Immerhin gaben laut der Studentenzeitung Varsity 49 Prozent der Studenten im Zuge der Umfrage an, fremde Arbeiten unter dem eigenen Namen abzugeben. Am häufigsten werden Plagiate von Rechtsstudenten benutzt - 62 Prozent aus dieser Gruppe gestanden den Betrug ein.

Neben den sozialen Netzwerken bietet vor allem die Online-Enzyklopädie Wikipedia einen hervorragenden Nährboden für Plagiate. 82 Prozent der Befragten haben dort schon einmal Sätze herauskopiert und in ihre eigenen Arbeiten eingefügt. "Manchmal wenn ich wirklich keine Lust mehr habe, google ich einen Essay-Titel, kopiere alles in ein Word-Dokument und arrangiere das ganze dann etwas um", erklärt ein Student, der naturgemäß anonym bleiben wollte. Solche Arbeiten würden sich dann in der Regel als die besten herausstellen.

Nur fünf Prozent der studentischen Betrüger sind laut der Cambridge-Umfrage bisher auch erwischt worden. "Diese Zahlen sind deprimierend", meint Robert Foley, Professor für biologische Anthropologie am King's College Cambridge. Um der Lage Herr zu werden und die Plagiatsverbreitung im Netz einzudämmen, wollen sich nun die Experten am 19. November zusammensetzen und ein mögliches Vorgehen der Universitäten diskutieren. (pte)

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