151046

Klagt EU erneut gegen Microsoft?

05.01.2001 | 16:25 Uhr |

Der Softwaregigant Microsoft wird möglicherweise mit einem zweiten EU-Wettbewerbsverfahren konfrontiert. Die im Februar 2000 begonnenen Untersuchungen zur Bündelung verschiedener Varianten des Betriebssystems Windows 2000 könnten zu einem Beschwerdebrief an das Unternehmen führen, hieß es am Donnerstag in Brüssel.

Der US-Softwaregigant Microsoft wird möglicherweise mit einem zweiten EU-Wettbewerbsverfahren konfrontiert.

Die im Februar 2000 begonnenen Untersuchungen zur Bündelung verschiedener Varianten des Betriebssystems Windows 2000 könnten zu einem Beschwerdebrief an das Unternehmen führen, hieß es am Donnerstag in Brüssel aus Kreisen der EU-Kommission. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Bei den Ermittlungen ging es bisher um die Frage, ob Microsoft seine marktbeherrschende Stellung bei PC-Betriebssystemen ausnutze, um in angrenzende Märkte wie beispielsweise den Bereich der Unternehmensrechner (Server) vorzustoßen.

Die Untersuchungen zu Windows 2000 könnten mit dem im August 2000 gestarteten EU-Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft zusammengelegt werden, bei dem es um die Betriebssysteme Windows 95, 98 und NT 4.0 geht. Der Kommission liegt in diesem Fall eine Wettbewerbs-Beschwerde des Software-Unternehmens Sun Microsystems vom Dezember 1998 vor. Sun wirft darin Microsoft vor, das Unternehmen sei bei der Lizenzvergabe diskriminierend vorgegangen und habe grundsätzliche Informationen über das Windows-Betriebssystem verweigert. Bei Windows 2000 war die Kommission aus eigenem Antrieb in Aktion getreten.

Um die beiden Microsoft-Untersuchungen zusammenzulegen, müsse laut Wettbewerbs-Experten bei der Windows-2000-Prüfung ebenfalls ein offizielles EU-Verfahren eingeleitet werden. Bei einem EU-Kartellverfahren droht ein hohes Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Weltumsatzes des Konzerns. (PC-WELT, 05.01.2001, dpa/ pk)

Jetzt EU gegen Microsoft (PC-WELT Online, 03.08.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
151046