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Klage gegen Network Solutions

20.10.2000 | 12:07 Uhr |

Der amerikanische Domain-Verwalter Network Solutions (NSI) ist in den USA angeklagt worden, bis zu drei Millionen Domain-Namen unrechtmäßig zurückgehalten zu haben. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen vergebe die Internet-Adressen nicht wieder, um sie lukrativ verkaufen zu können.

Berichten zufolge wurde die Klage von einem Internet-Unternehmer aus Alabama eingereicht, der vergeblich versucht haben soll, 28 freigewordene Domains bei NSI zu registrieren. Schon ihm Sommer waren massive Vorwürfe gegen den ehemaligen Monopolisten in Sachen Top-Level-Domainvergabe (.com, .net, .org) laut geworden.

NSI hatte geplant, ins lukrative Wiederverkaufsgeschäft einzusteigen und abgelaufene Internet-Adressen zu versteigern. Gerechtfertigt wurde das Vorhaben damit, die Kosten für nicht erbrachte Anmeldegebühren und offene Accounts begleichen zu wollen. Das Unternehmen hat seine Pläne bislang nicht verwirklicht.

"NSI versucht, von einer Sache zu profitieren, die ihm nicht gehört", erklärte der Anwalt des klagenden Stan Smith. Nach Angaben einer NSI-Sprecherin will das Unternehmen aus Virginia die Klage nicht kommentieren. Es werde derzeit noch darüber entschieden, was mit den Domain-Namen geschehen soll. Eine Entscheidung sei demnächst zu erwarten.

Bislang gibt es keine einheitlichen Regelungen, wann abgelaufene Domains wieder vergeben werden müssen. (PC-WELT, 20.10.2000, jas)

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