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Zu Fuß auf der Autobahn - Frau verklagt Google Maps (Update)

02.06.2010 | 14:51 Uhr |

Eine Frau in den USA ist der Routenberechnung von Google Maps gefolgt und wurde dadurch Opfer eines Verkehrsunfalls. Nun hat die Frau Google verklagt.

Update 02.06.2010: Mittlerweile liegen weitere Informationen über den Fall vor. Der Anwalt von Rosenberg hat erklärt, dass es dunkel war, als Lauren Rosenberg von Google Maps auf ihrem Blackberry die Anweisung erhielt, die Bundesstraße zu überqueren. Demnach ereignete sich der Vorfall um 6 Uhr in der Früh. Rosenberg habe die Straße überquert, weil sie glaubte, dass sich auf der anderen Seite ein für Fußgänger sicherer Seitenstreifen befände. Google hat mittlerweile den Angaben von Rosenberg widersprochen, laut denen auf mobilen Endgeräten bei der Nutzung von Google Maps kein Hinweis erscheint. Laut Google erscheint der Hinweis seit dem 8. November 2008 auch auf mobilen Geräten. Der Hinweis sei aber nicht so ausführlich, wie bei der Nutzung des Dienstes in einem Browser auf einem Desktop-PC.

Per Google Maps auf ihrem Blackberry ließ sich Lauren Rosenberg im Januar ans Ziel lotsen. Die US-Amerikanerin aus Los Angeles war in Utah zu Fuß unterwegs und ließ sich über Google Maps von 96 Daly Street, Park City zur 1710 Prospector Avenue, Park City lotsen .

Google Maps errechnet nicht nur eine für Autofahrer geeignete Route, sondern auch für Fußgänger. Diese Funktion nutzte auch Rosenberg. Gibt man den Ausgangs- und Zielpunkt bei Google Maps ein und schaltet auf den Fußgänger-Modus, dann erfolgt unter Punkt 3 der Ratschlag: "Bei Deer Valley Dr. links abbiegen".

Bei der "Deer Valley Drive" handelt es sich allerdings um die stark befahrene Bundesstraße "Utah State Route 224". Dennoch folgte Rosenberg der Empfehlung von Google Maps, überquerte einen Teil der Straße und lief dann die Bundesstraße entlang, ehe sie von einem Auto angefahren wurde.

Lauren Rosenberg verlangt in der Anklageschrift nun von Google eine Entschädigung in Höhe von 100.000 US-Dollar, um die Kosten für die medizinischen Folgen des Unfalls zahlen zu können. In der Anklageschrift heißt es, dass die Klägerin aufgrund der "fahrlässigen, rücksichtslosen und schlampigen" Richtungsangabe von Google Maps auf einen gefährlichen Highway gelotst worden sei, was zu einem Unfall geführt habe, der physischen, emotionale und mentale Schäden ausgelöst habe.

Nutzt man Google Maps auf einem PC, dann wird man von Google ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Routenplanung sich noch im Betastadium befindet. Dort heißt es außerdem: "Seien Sie vorsichtig! - Auf dieser Route gibt es möglicherweise keine Bürgersteige oder Fußwege."

Auf mobilen Endgeräten wird dieser Warnhinweis allerdings nicht eingeblendet. Dennoch dürfte sich Rosenberg vor Gericht den Vorwurf gefallen lassen, warum sie zunächst eine stark befahrene Straße zur Hälfe passiert und dann auf ihr weiterspaziert. Anderseits könnte das Gericht aber auch entscheiden, dass Google tatsächlich für den Unfall zumindest mitverantwortlich war und der Entschädigung zustimmen.

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