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Klage: Spyware missbraucht PC-Ressourcen

08.04.2005 | 13:21 Uhr |

Ein als Sammelklage angelegtes Verfahren gegen den Spyware-Hersteller Direct Revenue verfolgt einen interessanten Ansatz.

Ein als Sammelklage angelegtes Verfahren gegen den Spyware-Hersteller Direct Revenue verfolgt einen interessanten Ansatz. Statt dem Anbieter seine Spionage-Tätigkeit vorzuwerfen, klagt ihn Stephen Sotelo im Namen aller betroffenen Bürger des US-Bundesstaates Illinois an, er habe seine Software widerrechtlich und ohne Erlaubnis auf dem Rechner des Klägers installiert und dessen Ressourcen missbraucht. Die Software des Beklagten bremse den PC aus, belaste die Internet-Verbindung, belege Teile des Arbeitsspeichers und entferne zudem unerlaubt andere Software vom Computer.

Der Harvard-Jurist Benjamin Edelman , der sich intensiv mit Spyware befasst, findet diesen Ansatz erfolgversprechend. Er vereinfache das Verfahren erheblich, denn es sei leicht nachzuweisen, dass die Spyware ohne ausdrückliche Erlaubnis des Anwenders installiert würde. Sollte das Verfahren zum Erfolg führen, wäre dies laut Edelman nicht nur eine Warnung für alle anderen Firmen, die ähnliche Geschäftsmodelle betreiben. Es könnte auch das Tor zu einer Flut weiterer Klagen gegen Spyware-Unternehmen öffnen.

Die Software "A Better Internet" von Direct Revenue wird zum Beispiel mit dem P2P-Programm Morpheus installiert. In den vom Anwender implizit zu bestätigenden Nutzungsbedingungen nimmt sich die Software unter anderem das Recht heraus andere Programme zu löschen ( wir berichteten ). Bisherige Verfahren gegen Spyware-Unternehmen wurden meist von Firmen angestrengt, deren Websites durch Werbe-Pop-ups beeinträchtigt werden, wenn sie im Browser eines mit Spyware verseuchten PCs angezeigt werden.

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