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Kippt CSU Münchner Votum für Linux?

12.06.2003 | 11:26 Uhr |

Haben die Anhänger von Open Source zu früh gejubelt? Der Stadtrat von München hatte sich im Mai für die Umstellung der rund 14.000 städtischen Computer vom Windows auf Linux entschieden. Doch Microsoft gibt sich noch nicht geschlagen und hofft auf die Intervention der CSU.

Haben die Anhänger von Open Source zu früh gejubelt? Der Stadtrat von München hatte sich im Mai für die Umstellung der rund 14.000 städtischen Computer vom Windows auf Linux entschieden. Doch Microsoft gibt sich noch nicht geschlagen und hofft auf die Intervention der CSU.

Wie das Wirtschaftsmagazin Capital in der Ausgabe 13/2003 berichtet, setzt Jürgen Gallmann, der Chef von Microsoft Deutschland, seine Hoffnungen auf die Christlich-Soziale Union. "Wir haben das bessere Angebot abgegeben", so Gallmann gegenüber Capital. Microsoft hatte sich demnach bereit erklärt, finanzielle Risiken beispielsweise für teure Programmlizenzen zu übernehmen. Doch der Rot-Grün beherrschte Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt votierte für Linux.

Die CSU will dem Bericht zufolge das Pro-Linux-Votum von München durch die zuständige Regierung des Regierungsbezirks Oberbayern prüfen lassen. CSU-Stadtrat Robert Brannekämper zu Capital: "Schließlich hätte der Steuerzahler zehn Millionen Euro sparen können".

Nach dem Stadtratsbeschluss soll die Verwaltung bis zum kommenden Frühjahr ein Feinkonzept für die Umstellung auf Linux sowie die Nutzung eines Office-Pakets aus dem Open-Source-Bereich - also freier und kostenloser Programme - erarbeiten. Erst danach werde es zur Auftragsvergabe kommen, hieß es. Das Konkurrenzangebot zu Microsoft stammt von den Unternehmen IBM (Dallmanns ehemaligen Arbeitgeber) und der Suse Linux AG aus Fürth.

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