21.03.2012, 10:49

Benjamin Schischka

Illegales Streaming-Portal

Kino.to-Chef-Programmierer vor Gericht

Kino.to: Chef-Programmierer vor Gericht ©© iStockphoto.com/Rolf Fischer

Letzten Sommer wurde das illegale Streaming-Portal Kino.to offline genommen, nun muss sich der Chef-Programmierer vor Gericht verantworten. Auch den Usern droht Strafe.
Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, sitzt der Chef-Programmierer von Kino.to mittlerweile vor Gericht. Die Webseite Kino.to bot illegales Filme-Streaming und wurde im Juni 2011 von deutschen Behörden offline genommen; allein in Deutschland durchsuchten über 250 Polizisten und Steuerfahnder über 20 Wohnungen, Büros und Rechenzentren. Dem Chef-Programmierer Bastian P. werde die unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in über 1,1 Millionen Fällen vorgeworfen. Rund 135.000 raubkopierte Filme seien über Kino.to zugänglich gewesen. Im Juni 2011 soll es gar das meistbesuchte deutschsprachige Filmportal gewesen sein. Mit Werbung habe Kino.to Millionen-Umsätze verbucht.
Der 29jährige Angeklagte wurde schon im Juni 2011 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft, schreibt das Abendblatt. Im Mai soll ein Urteil verkündet werden. Bis dahin habe die elfte Strafkammer noch vier weitere Verhandlungstage anberaumt.
Doch nicht nur dem Chef-Programmierer droht eine Strafe, auch die Nutzer könnten Post bekommen. Wer bei Kino.to ein Premium-Konto unterhielt, konnte das Streaming-Angebot ohne Werbung genießen. Dafür musste er aber per PayPal zahlen – und spielte damit nun den Ermittlern persönliche Daten in die Hände. Angeblich sollen die Behörden im Besitz tausender Premium-Kunden-Daten sein.
Schnell nach der Schließung von Kino.to sprossen neue Angebote aus dem Boden. Etwa der Nachfolger Kinox.to. Daneben gibt es noch viele weitere illegale Film-Angebote. Mit der Schließung von Kino.to alleine ist der Raubkopiererschaft im Internet nicht beizukommen. Es gibt aber auch legale Alternativen, die sich durch Werbeunterbrechungen finanzieren.
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