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Kino-Besucher bekommt Ärger wegen Google Glass

22.01.2014 | 12:33 Uhr |

Ein Mann ging mit Google Glass ins Kino. Und bekam Ärger: Man nahm ihm die Brille weg und verhörte ihn. Weil man ihn verdächtigte, dass er den Film heimlich aufgenommen, also eine Raubkopie erstellt habe.

Ein Kino in Columbus, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Ohio. Ein Mann wollte sich am letzten Samstag zusammen mit seiner Frau einen Film anschauen. Der Kinobesucher trug jedoch eine Google-Brille, die er im Kinosaal nicht abnahm. Das hatte er bereits bei einigen voran gegangenen Kinobesuchen genauso gehandhabt. Sondern er schaltete die Google Glass, wie er sagt, nur aus. Weil er vermeiden wollte, dass sie ihn von dem Film ablenkt. Da er aber „richtige“ Brillengläser, also solche, die seine Fehlsichtigkeit ausgleichen, auf dem Rahmen der Google Glass befestigt hatte, wollte oder konnte er seine Google-Brille eben nicht ganz abnehmen.

Damit brockte er sich ziemlichen Ärger ein. Nach zirka einer Stunde Filmgenuss im Kino erschien plötzlich ein Mann neben dem Besucher, der einen Ausweis vorzeigte und ihm die Google-Brille vom Gesicht riss. Der Mann ging damit weg und forderte den Kino-Besucher auf ihm zu folgen. Draußen vor dem Kino warteten bereits einige Polizisten, die ihm sagten, dass er festgenommen sei, weil er den Film illegal mitgeschnitten hätte.

Dann führten sie den Besucher und dessen Frau in einen Raum nahe des Kinos. Der Vorwurf lautete nach wie vor: Der Kino-Besucher habe mit seiner Google-Brille eine Raubkopie des Films angefertigt. Zwar sei der nun doch nicht festgenommen, sondern es würde sich hierbei nur um ein freiwilliges Gespräch handeln, sagte ihm ein befragender Beamter. Doch an der weiterhin unangenehmen Situation änderte das nichts.

Es folgte eine lange Befragung durch Mitarbeiter des Department of Homeland Security. Erst nachdem der Kinobesucher mehrmals seine Unschuld beteuerte hatte, untersuchten die Beamten endlich auch einmal seine Google Glass und sein Smartphone. Und fanden nichts Verdächtiges darauf. Darauf verließen die Beamten den Befragungsraum im Kino-Gebäude.

Stattdessen erschien ein Mitarbeiter der US-Film-Vereinigung (Motion Picture Association of America), der dem so übel mitgespieltem Google Glass-Besitzer als Entschuldigung schließlich vier Kino-Freikarten gab. So weit die Geschichte in der Kurzfassung, vollständig kann man sie hier nachlesen.

Der Kino-Betreiber AMC Theatres bestätigt diesen Fall via Twitter.

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