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Kinderpornograf dank Phishing

25.11.2005 | 12:44 Uhr |

Phishing dient nicht nur zum Ausspähen von Informationen zu Konto- oder Kreditkartendaten. Zunehmend dient diese Methode dem Identitätsdiebstahl - mit schwerwiegenden Folgen für Betroffene. Denn auf diese Weise können beispielsweise Web-Seiten mit (Kinder)-pornografischen Inhalten auf den Namen Ahnungsloser registriert werden.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie erhalten Post vom Staatsanwalt. Dieser wirft Ihnen vor, eine Website mit kinderpornografischen Inhalten zu betreiben. Sie können sich die Sache nicht erklären, betreiben noch nicht einmal eine Website - denken Sie. Denn Phisher gehen zunehmend dazu über, anstelle von Bank- oder Kreditkartendaten persönliche Daten (zum Beispiel Name, Adresse, Bankverbindung) zu stehlen, um mit diesen Identitäten ihre eigenen, kriminellen Machenschaften zu verdecken. Davor warnt die Wirtschaftsinitiative "no abuse in internet" ( Naiin ).

"Uns sind Fälle bekannt geworden, in denen beispielsweise kinderpornografische Websites auf Namen und Adressen von ahnungslosen Unbeteiligten registriert wurden. Die Rechnungen für den Domain-Kauf und Web-Speicherplatz wurden anschließend über deren Bankkonten per Überweisung beglichen. Für die verantwortlichen Provider schien die Identität der Kunden somit bestätigt“, berichtet Dennis Grabowski, Geschäftsführer und Chefermittler bei Naiin.

Mit Hilfe der persönlichen Daten lasse sich so einiges anstellen, so Grabowski. So wäre es möglich, dass Kriminelle sich mit Hilfe dieser Informationen Kreditkarten beschaffen, Konten im Ausland eröffnen oder sich Zugang zu Web-Angeboten verschaffen und dort unter fremden Namen Geschäfte abwickeln. Laut Naiin verursachte Identitätsdiebstahl im Jahr 2004 in den USA einen Schaden in Höhe von 52,6 Milliarden US-Dollar. Und jährlich fallen etwa zehn Millionen US-Bürger auf die Betrüger herein, Tendenz steigend, so Naiin.

Aus diesem Grund rät die Initiative zu höchster Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten. Dies gelte sowohl für Anwender als auch für Unternehmen. Aus Gründen der Datensicherheit lehnt Naiin daher die derzeit diskutierte Vorratsdatenspeicherung ab.

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